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Anthroposophische Medizin - auf nach Witten!

WITTEN (akr). Die Universität Witten/Herdecke hat als erste Hochschule in Deutschland ein Begleitstudium "Anthroposophische Medizin" für angehende Ärzte eingerichtet. Damit können Studenten die erforderlichen theoretischen Kenntnisse erwerben, die für die Anerkennung als "anthroposophischer Arzt" erforderlich sind.

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"Das Begleitstudium ist integriert in das normale naturwissenschaftliche Studium", erklärt Dr. Christian Scheffer, Dozent für anthroposophische Medizin: "Wir wollen die Schulmedizin um seelisch-geistige Aspekte erweitern." Die anthroposophische Medizin geht auch auf die spirituellen Bedürfnisse von Menschen ein und kennt spezifische Heilmittel, etwa die Mistel.

Die in Witten vorherrschende Lehrmethode "problemorientiertes Lernen" wird auch in dem Begleitstudium eingesetzt. Jede Woche erhalten die Studenten eine Fallgeschichte, die sie in Kleingruppen bearbeiten. Danach können sie in spezielle Sprechstunden der Dozenten gehen, um Fragen zu klären. Von diesem Semester an bieten Scheffer und ein Kollege auch eine anthroposophische Sprechstunde an.

Die Ausbildung in anthroposophischer Medizin dauert vom ersten Semester bis zum Abschluß. Dazu gehören Kurse zur Behandlung mit anthroposophischen Heilmitteln, Naturexkursionen und die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen und ärztlichen Grenzsituationen.

Das dreimonatige Praktikum, das alle Wittener Medizinstudenten bei einem Hausarzt absolvieren müssen, verbringen die Teilnehmer des Begleitstudiums bei einem anthroposophisch tätigen Mediziner. "Hier sollen sie erleben, wie anthroposophische Heilmittel eingesetzt werden und wann ihre Grenzen erreicht sind", sagt Scheffer.

Hat ein Patient eine Lungenentzündung, muß der Arzt ab einem bestimmten Punkt Antibiotika einsetzen. "Wichtig ist, abschätzen zu können, wann dieser Punkt erreicht ist", erklärt er.

Das Begleitstudium beginnt mit einem Orientierungsjahr, an dem alle Studienanfänger unverbindlich teilnehmen können. "Danach müssen sie sich entscheiden, ob sie das Begleitstudium aufnehmen wollen oder nicht", sagt Scheffer.

Das Orientierungsjahr ist kostenlos, danach müssen Teilnehmer 300 Euro pro Semester zahlen. In dem Jahrgang, der an dem Pilotprojekt für das Begleitstudium teilnahm und der jetzt im fünften Semester ist, nehmen zehn der etwa 40 Studenten die Angebote wahr.

Nach Abschluß des Begleitstudiums erhalten die Studenten ein Zertifikat. Die Absolventen erfüllen den größten Teil der Anforderungen für die Anerkennung als anthroposophischer Arzt. Um sie zu bekommen, fehlt ihnen nach dem Begleitstudium nur noch ein zweijähriges Praktikum.

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