E-Zigaretten: Verband mahnt Ministerium ab

Weiter Streit um E-Zigaretten: Nachdem Ministerien und Behörden vor den Elektro-Kippen gewarnt haben, holen die Hersteller jetzt die Keule hervor - und drohen mit dem Kadi.

Veröffentlicht:
Mit Batterien zu rauchen, scheint im Trend: Die Behörden halten davon wenig.

Mit Batterien zu rauchen, scheint im Trend: Die Behörden halten davon wenig.

© dpa

KÖLN (iss). Die Verkäufer von E-Zigaretten gehen in die Offensive. Der neu gegründete "Verband des eZigarettenhandels" hat Unterlassungs- und Widerrufserklärungen an das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gesandt.

Mit der Abmahnung reagiert die Branche auf die von den beiden Stellen herausgegebenen Warnungen vor den neuartigen Zigaretten.

Sowohl das Ministerium als auch die Bundeszentrale hatten auf mögliche gesundheitliche Folgen des Konsums der elektronischen Zigaretten hingewiesen und vom Gebrauch abgeraten.

Falschaussagen?

Der Interessenverband sieht darin Fehlinformationen. "Diese Falschaussagen hatten für eine Vielzahl von Händlern spürbare Umsatzrückgänge zur Folge", heißt es in einer Mitteilung. Zudem sei die Öffentlichkeit verunsichert worden.

Sowohl die BZgA als auch das NRW-Gesundheitsministerium prüfen zurzeit das Schreiben des Verbands. Die BZgA will sich zum Thema öffentlich nicht äußern.

Das Ministerium sieht dem Ergebnis der Prüfung offenbar gelassen entgegen. "Derzeit sieht das Ministerium keinen Anlass zur Veränderung bisher abgegebener Erklärungen", sagte ein Sprecher.

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Olaf Grenzer 04.01.201218:36 Uhr

Fehler der Vergangenheit

Es ist unglaublich! Jahrzehntelang wurden die Menschen von der Zigarettenindustrie über die Wirkungen und Nebenwirkungen des Rauchens im Unklaren gelassen und zum Teil schlichtweg belogen und nun kommt eine neuer Verband in dieser Überheblichkeit daher. Wo sind die unabhängigen Studien zur Unbedenklichkeit von E-Zigaretten, Betonung liegt auf unabhängig!
Auch eine geringere Schadstoffkonzentration wäre nicht akzeptabel, Schadstoff bleibt Schadstoff und der hat in der Lunge nichts zu suchen.

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Kommt bald die Abnehmspritze für Kinder, Professor Wabitsch?

Lesetipps
Stethoskop mit Doktorhut und Diplom

© yta / stock.adobe.com

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Die Approbationsordnung muss endlich reformiert werden!

Bei eliPfad überprüfen Patienten regelmäßig Vitalwerte mit digitalen Messgeräten. Die Fallmanagerinnen überprüfen die Werte und informieren bei Auffälligkeiten die betreuenden Ärzte.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Innovationsfonds-Projekt

eliPfad: Einbeziehung von Niedergelassenen ist schwierig

Bei der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie arbeiten Ärzte, Psychologen und Physio- und Ergotherapeuten zusammen nach einem gemeinsamen Konzept.

© Getty Images / iStockphoto

Ambulante Angebote fehlen

Konservativ-multimodale Schmerztherapie – wo stehen wir?