Bürger sollen mehr fürs Essen ausgeben

BERLIN (dpa). Angesichts der guten Beschäftigungslage sollten sich die Bürger in Deutschland aus Sicht der FDP-Agrarexpertin Christel Happach-Kasan Lebensmittel wieder mehr kosten lassen.

Veröffentlicht:

"Jetzt wäre die richtige Zeit, beim Einkauf von Lebensmitteln genau so qualitätsbewusst zu sein wie beim Autokauf", sagte Happach-Kasan der Nachrichtenagentur dpa.

Eine höhere Wertschätzung von Nahrungsmitteln würde auch helfen, Verschwendung einzudämmen. "Noch immer wird zu viel gekauft und dann weggeworfen, weil es ja nicht viel kostet", kritisierte die ernährungspolitische Sprecherin der FDP im Bundestag.

Die Bundesbürger gäben nur noch elf Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus.

"Das ist nicht nur historisch wenig, sondern auch im europäischen Vergleich sehr niedrig", sagte Happach-Kasan. In Frankreich und Italien seien es mehr als 20 Prozent.

"Wir müssen wieder lernen, unser Essen als etwas Wertvolles zu begreifen", forderte die FDP-Politikerin. Wer höchste Güte verlange, sollte auch bereit sein, dafür zu zahlen, sagte Happach-Kasan.

Sie verwies auf den Rekordstand von mehr als 41 Millionen Erwerbstätigen im Schnitt vergangenen Jahres. Wer könne, solle zudem direkt beim Erzeuger, also dem Landwirt oder der Käserei, kaufen.

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statistisches Bundesamt

Öffentliche Ausgaben erstmals über zwei Billionen Euro

Porträt zum Boys Day

Ein Mann als Hebamme: Kein Beruf nur für Frauen!

Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 04.01.201212:55 Uhr

Teuerung

Der ideologische Aufruf "Leute gebt mehr Geld für Nahrungsmittel aus" muß bei den meisten Deutschen in´s Leere laufen.
Bei der allgemeinen und stetigen Teuerung, -ohne angemessene Lohnzuschläge-, in nahezu allen Lebensbereichen, kann diese Forderung nur von Besserverdienern erhoben werden.
Die meisten Geringverdiener in unserem Lande sind froh darüber, daß die i.d.R. qualitativ guten und preiswerten Supermarkt- Lebensmittel uns alle nicht nur satt machen, sondern z.T. das letzte variable Sparpotential im monatlichen Familien-Budget darstellen!
Natürlich gilt auch für Essen und Trinken, daß oftmals "weniger mehr ist".
Deshalb darf es anstelle eines alltäglichen pökellake-gespritzten Schinkens aus D auch schon einmal am Wochenende ein luftgetrockneter Meersalz-"Serrano" mit Originalherkunft aus Spanien sein.
Der "pata negra" wird allerdings für Otto-Normalverbraucher eher ein seltener Genuß bleiben.
Im übrigen haben staatliche und unabhängige "Verbraucherschützer" schon oft genug festgestellt, daß bei Nahrungsmitteln billig eingekauft, nocht nicht heißt, minderwertige Ware besorgt zu haben.
Da der Zwischenhandel nun einmal, wie bei jeder Handelsware, den größten "Schnitt" macht, kann man die tüchtigen Erzeuger nur ermuntern, die Direktvermarktung von Genuß- und Lebensmitteln noch attraktiver zu gestalten, und damit ihren Gewinnanteil zu steigern.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zwischenfälle in der Chirurgie

Gossypibom: Vergessene Operationsunterlage postoperativ entdeckt

CIRS für die Langzeitpflege

„Ein digitales Instrument, das zur Pflegesicherheit beitragen kann“

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung

Stethoskop mit Doktorhut und Diplom

© yta / stock.adobe.com

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Die Approbationsordnung muss endlich reformiert werden!