Notfallmanagement

Positive Bilanz für Telefon-Triage

Notaufnahmen und ärztlichen Bereitschaftsdienst mittels einer Telefon-Triage entlasten: Das geht, sind die Träger eines Modellprojekts nach viermonatigem Probelauf überzeugt.

Veröffentlicht:

INGOLSTADT. Während landauf, landab überfüllte Notaufnahmen beklagt werden, ist man in Bayern offenkundig schon einen Schritt weiter: Das Ärztenetz "GO IN" und die Bayerische TelemedAllianz (BTA) melden, ihr Modellprojekt "GOINakut" zur telefonischen Notfall-Triage "verlief äußerst erfolgreich". Das Projekt war Mitte Dezember 2016 an den Start gegangen. Dabei konnten sich Patienten aus Ingolstadt und den benachbarten Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen bei einem – nach eigener Beurteilung – medizinischen Notfall an eine Telefonhotline wenden. Anhand wissenschaftlich validierter Fragebögen erhielten die Anrufer von Ärzten "eine Einschätzung, ob sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses oder zu einem Bereitschaftsarzt gehen sollten oder ob es ausreicht, dass sie in den nächsten Stunden oder am nächsten Tag ihren Haus- oder Facharzt oder eine Apotheke aufsuchen".

Die dazu eingerichtete Servicenummer sei rund um die Uhr erreichbar gewesen. Für seine Telefon-Triage habe das Ärztenetz "überwältigenden Zuspruch aus ganz Deutschland erfahren", heißt es in einer Mitteilung euphorisch. Solche Resonanz sei insbesondere aus Regionen gekommen, "in denen die Notaufnahmen überlaufen sind und der Bereitschaftsdienst aufgrund der Größe der Gebiete und den immer weniger werdenden ambulanten Ärzten fast nicht mehr zu stemmen ist"

Konkrete Angaben zur Dauer der Beratungs-Gespräche oder zur Teilnahmedichte und Akzeptanz auf Patientenseite wurden allerdings nicht gemacht. Das Beratungsangebot solle demnächst vorübergehend eingestellt werden. Währenddessen werde an einer, so wörtlich, "Umstrukturierung und Erweiterung" gearbeitet. Wie lange das voraussichtlich dauern wird, wurde ebenfalls nicht gesagt.

Ziel von Ärztenetz und TelemedAllianz sei es aber, den Triage-Service "auszubauen und deutschlandweit dauerhaft anzubieten". Dazu werde jetzt "mit Institutionen und der Politik verhandelt".

Das Praxisnetz GO IN ist nach eigener Auskunft eine Assoziation niedergelassener Ärzte aller Fachrichtungen aus Ingolstadt und Umgebung. Derzeit hätten sich dem Verbund 430 Ärzte angeschlossen. Vorstandschef und Netz-Geschäftsführer ist der Allgemeinarzt Professor Siegfried Jedamzik. Jedamzik amtiert auch als Geschäftsführer der Bayerischen TelemedAllianz. (cw)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

Radiologen zur Herz-CT: „Wir haben jetzt neue Behandlungspfade“

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zwischenfälle in der Chirurgie

Gossypibom: Vergessene Operationsunterlage postoperativ entdeckt

Lesetipps
Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben

Bei der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie arbeiten Ärzte, Psychologen und Physio- und Ergotherapeuten zusammen nach einem gemeinsamen Konzept.

© Getty Images / iStockphoto

Ambulante Angebote fehlen

Konservativ-multimodale Schmerztherapie – wo stehen wir?

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung