Microneedling

Glatte Narben nach Rollen und Stempeln

Viele kleine Nadelstiche gaukeln der Haut eine Mikrowunde vor. Damit regen sie die Neubildung von Kollagen- und Elastinfasern an und fördern die Glättung der Narbe.

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MÜNCHEN. Eine relativ sanfte Möglichkeit der Narbenbehandlung ist das "Microneedling". Dr. Klaus Fritz, Landau, stellte diese Methode bei der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München vor.

Sie findet vor allem Anwendung bei flachen und atrophen Narben, Akne- und Verbrennungsnarben, Oberlippenfalten und Striae. Neuerdings werden mittels Microneeling aber auch gezielt Wirkstoffe wie etwa Hyaluronsäure in die Haut eingeschleust. Eine mögliche Kombinationsmethode ist die Radiofrequenztherapie.

Je nach Bedarf werden Roller, Stempel oder Walze eingesetzt. Jede der 1,5 mm langen Nadeln erzeugt Stich an Stich eine winzige Verletzung. Bei der Verwendung einer Walze etwa wird diese mit 96 bzw. 196 Micronadeln und leichtem Druck mehrmals in verschiedenen Richtungen über die Haut gerollt.

Dabei dringen die Nadeln je nach Druckstärke 1-3 mm tief ein, irritieren die obere Dermis und öffnen kurzzeitig die Hautbarriere. Je nach Indikation ist eine unterschiedliche Eindringtiefe erforderlich.

Ähnlich wie bei einer Laserbehandlung werden auch beim Microneedling Mechanismen der Wundheilung stimuliert. Eine erhöhte Fibroblastenaktivität kurbelt innerhalb von sechs bis zwölf Wochen die Kollagensynthese an, und die Narbe wird mit neuen Kollagen- und Elastinfasern aufgefüllt.

Während die Wundheilung nach Behandlung mit einem ablativen Laser allerdings Wochen in Anspruch nehmen kann, da wie auch beim Peel die schützende Epidermis abgetragen wird, sind die Mikroverletzungen nach dem Microneedling bereits nach einer Stunde geschlossen.

Auch zu Hyperpigmentierungen bei dunklen Hauttypen kommt es mit dieser Methode nicht. "Insgesamt gilt aber", so Fritz, "je jünger der Patient, umso besser die Reaktion". (St)

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