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Schlaganfall

Nicht zu lange auf den Koronar-Bypass warten

Patienten mit Schlaganfall haben bei einer koronaren Bypass-Operation schlechtere Karten. Das Hinausschieben der Herz-Op scheint daran auch nichts zu ändern - im Gegenteil.

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Koronar-Bypass: Nach dem Schlaganfall bringt das Herauszögerung wenig.

Koronar-Bypass: Nach dem Schlaganfall bringt das Herauszögerung wenig.

© Kalewa / shutterstock.com

LONDON. Eigentlich sollte man erwarten, dass die ersten sechs Monate nach einem Schlaganfall eine äußerst vulnerable Phase darstellen, in der eine elektive koronare Bypass-Operation mit einem besonders hohen Risiko verbunden ist.

Einer aktuellen, wenngleich kleinen Studie zufolge ist das jedoch nicht der Fall. Danach ist das Risiko für einen postoperativen Schlaganfall sogar umso höher, je länger der erste Schlaganfall zurückliegt (Anesthesiology 2013; online 8. Januar).

Die Studienautoren um Dr. Alex Bottle vom Imperial College London haben sich die Daten von allen 62.104 Patienten angesehen, die in England zwischen 2006 und 2010 einen Koronar-Bypass erhalten hatten.

Darunter waren 695 Patienten (1,1 Prozent), die in den zehn Jahren vor der Operation einen Schlaganfall erlitten hatten. Der kardiochirurgische Eingriff war häufig schon im ersten Jahr nach dem Insult vorgenommen worden, allerdings nur bei 28 Patienten innerhalb der ersten drei Monate.

Die 30-Tages-Mortalität bei den Patienten mit Schlaganfall betrug vier Prozent und war damit doppelt so hoch wie bei Patienten ohne Schlaganfall (Odds Ratio, OR = 2,20). 1,6 Prozent der Insultpatienten erlitten postoperativ einen weiteren Schlaganfall, ebenfalls eine signifikant höhere Rate als in der Vergleichsgruppe (OR = 1,99).

Schwache Aussagekraft

Außerdem mussten Schlaganfallpatienten häufiger länger als vorgesehen im Krankenhaus bleiben (OR = 1,31). Wie viel Zeit zwischen präoperativem Schlaganfall und Herz-Op vergangen war, wirkte sich weder auf die Mortalität noch auf die Dauer der stationären Behandlung aus.

Ein Effekt zeigte sich nur in Bezug auf die Rate postoperativer Schlaganfälle, die mit der Dauer des Intervalls leicht zunahm (OR = 1,02 pro Monat). Besonders riskant war die Bypass-Operation für Schlaganfallpatienten, die auch schon einen Myokardinfarkt durchgemacht hatten, ihre 30-Tages-Sterblichkeit war nochmals stark erhöht (OR = 5,54).

"Entgegen unseren Erwartungen sprechen die Ergebnisse nicht für ein höheres Op-Risiko in den ersten drei bis sechs Monaten nach einem Insult", schreiben Bottle und Kollegen.

Vielmehr sei ein längeres Zeitintervall zwischen Schlaganfall und Op mit einem leicht erhöhten Risiko für einen postoperativen Schlaganfall verbunden. Allerdings geben Bottle und Kollegen zu, dass ihre Schlussfolgerungen auf den Daten weniger Patienten beruhen.

Daher könne man auch noch nicht "definitiv sagen, dass eine Bypass-Operation in den ersten Monaten nach einem Schlaganfall sicher ist". (bs)

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