Rhinoviren

Gefahr vor allem im Januar

Rhinoviren sind bei Erkältungen alte Bekannte. Doch welche Serotypen sorgen wann für wirklich schwere Verläufe? US-Pädiater haben darauf jetzt eine Antwort gesucht.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Mag den Januar: Rhinovirus.

Mag den Januar: Rhinovirus.

© shutterstock

MADISON. Gegen Erkältungen ist bekanntlich kaum ein Kraut gewachsen, was schlicht auch daran liegt, dass die Zahl der Virenstämme, die sich in den oberen Atemwegen wohlfühlen und für Husten, Schnupfen und Heiserkeit sorgen, in die Hunderte geht. An eine spezifische Therapie ist daher kaum zu denken.

US-Pädiater haben sich nun die Mühe gemacht, knapp 1500 Nasalproben aus einer Kohorte von über 200 Säuglingen auf einzelne Stämme von humanen Rhinoviren (HRV) zu testen (J Respir Crit Care Med 2012: 186: 886).

HR-Viren lösen jede zweite Erkältung aus. Die Pädiater wollten damit herausfinden, ob von den etwa 160 bekannten HRV-Serotypen einige bei schweren Infekten dominieren - denn dann würde es sich lohnen, zumindest gegen solche Virentypen spezifische Therapien zu entwickeln - oder ob es andere Faktoren gibt, die schwere Infekte begünstigen.

Für die Studie wurden die Kinder im ersten Lebensjahr regelmäßig untersucht, dabei entnahmen die Ärzte Nasalschleim. Zusätzlich sollten die Eltern die Kinder ins Studienzentrum bringen, sobald eine Atemwegsinfektion auftrat.

Etwa die Hälfte der Proben stammte daher von klinisch unauffälligen Kindern, die übrigen von erkälteten. Die Schwere der Erkrankung erfassten die Eltern anhand eines Fragebogens.

Auf A- und B-Serotypen konzentrieren

In knapp 700 der Proben (48%) konnten die Forscher HRV nachweisen. Die Rhinoviren fanden sich damit bei drei von vier Babys mit Virusnachweis. Insgesamt spürten die Pädiater 93 verschiedene Serotypen auf.

46 Serotypen zählten zu HRV-A, 9 zu HRV-B und 35 zu den C-Stämmen. 339 moderat bis schwere sowie 196 leichte Infektionen mit HRV-Beteiligung wurden registriert. Hochgerechnet ergab sich, dass sich jedes Baby im Schnitt zwölfmal im Jahr mit HRV infizierte.

Schwere Infekte wurden jeweils achtmal häufiger durch HRV-A und HRV-C als durch HRV-B ausgelöst.

Zwar traten die Rhinovireninfekte vor allem im Herbst und Frühjahr auf, im Dezember und Januar war die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektion schwerwiegend verlief, jedoch fünf-bis zehnmal höher als in anderen Monaten.

Bei der Entwicklung von Therapiestrategien sollte man sich vor allem auf HRV-A und -B konzentrieren, fordern die Studienautoren, da diese Stämme nicht nur am häufigsten eine Infektion auslösen, sondern auch über die höchste Virulenz verfügen.

In einem Kommentar zur Studie wird darauf hingewiesen, dass andere Untersuchungen zwar ebenfalls deutlich seltener HRV-B-Infekte bei Kindern nachweisen konnten als solche mit HRV-A und -C, allerdings verliefen die Infekte mit B-Viren oft ähnlich schwer wie mit anderen Virenstämmen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Atemwegserreger

RSV-Welle hat begonnen

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht