Infektionen beim Arzt

Masernfälle erregen Aufsehen

Säuglinge können in Praxen oder Kliniken mit Masern infiziert werden. Zwei Beispiele sorgen für Aufsehen.

Veröffentlicht:
Kind mit schweren Masern: Eine derart ausgeprägte Infektion ließe sich durch Impfschutz verhindern.

Kind mit schweren Masern: Eine derart ausgeprägte Infektion ließe sich durch Impfschutz verhindern.

© Novartis

BERLIN/KÖLN. Der Masern-Ausbruch in Berlin beschäftigt auch die Charité: Ein Säugling soll sich Ende März in der Notaufnahme bei einem Oberarzt mit der Krankheit angesteckt haben, berichtet der „Tagesspiegel“.

Das zehn Monate alte Mädchen mit einer Herzoperation in der Vorgeschichte war damals wegen einer Erkältung vorgestellt worden.

Obwohl er auf die erhöhte Gefahr von Infektions-Komplikationen bei dem Kind hingewiesen habe, sei es von einem erkälteten Arzt mit Mundschutz behandelt worden, wird der Vater von dem Blatt zitiert. Neun Tage später seien beim Arzt und 14 Tage später beim Kind Masern diagnostiziert worden.

Weil der Arzt vor 1970 geboren war, sei bei ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Immunität gegen Masern durch Erkrankung auszugehen gewesen, so die Klinik. Es lag keine Impfindikation vor.

Damals zu jung für eine Impfung

Schon 14 Jahre zurück liegt die Infektion von zwei Betroffenen in Bad Salzuflen, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) berichtet.

Nach Presseberichten hatten sie sich als Babys damals im Wartezimmer eines Kinderarztes bei einem infizierten Elfjährigen angesteckt. Dessen Eltern hätten die Masernimpfung abgelehnt.

Die beiden Säuglinge waren damals für eine Impfung noch zu jung. Beide Kinder entwickelten nach vermeintlich überstandener Krankheit Jahre später eine subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE).

Bei der Slow-Virus-Infektion zerstören Masernerreger Nervenzellen, was zu immer größeren motorischen und neurologischen Ausfällen führt.

Die Kinder konnten schließlich nicht mehr laufen und sprechen und fielen in eine Art Wachkoma. Das Mädchen ist dann 2011 und der Jungen in der vergangenen Woche gestorben. (eis)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Impfschutz in Kliniken!

Jetzt abonnieren
Mehr zum Thema

Lebendimpfstoff untersucht

Impfung gegen Herpes zoster könnte auch Demenz vorbeugen

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Stethoskop mit Doktorhut und Diplom

© yta / stock.adobe.com

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Die Approbationsordnung muss endlich reformiert werden!

Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben