Kommentar zur MHB
Herr Woidke, halten Sie Ihr Wort!
Der Regierungschef versprach im Wahlkampf der Medizinischen Hochschule Brandenburg mehr Geld – jetzt droht aber massive Kürzung.
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Das Land Brandenburg muss sparen. Aus der vollen Tasche leben, wie bisher, geht angesichts der wirtschaftlichen Lage so nicht mehr. Doch das, was sich die Landesregierung aus SPD und BSW derzeit mit der erfolgreichen Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin leistet, ist keine normale Sparmaßnahme mehr: Wenn die von Kommunen und freien Trägern betriebene Universität, die längst zu einem Brandenburger Erfolgsmodell geworden ist, von den bescheidenen 6,6 Millionen Euro Landesförderung 1,6 Millionen einsparen muss, dann ist das existenzbedrohend.
Natürlich, dank der Transformationsmittel für die Kohleregion in der Lausitz kann die Landesregierung in Cottbus nun eine eigene Universitätsmedizin aufbauen. Aber wenn schon die bescheidenen Zuschüsse für die Hochschule im Nordwesten aus der Landeskasse nicht zu stemmen sind, muss auch die Frage erlaubt sein, wie man denn einen kompletten Medizinstudiengang finanzieren will, wenn die Fördermittel des Bundes für den Kohleausstieg eines Tages ausgelaufen sind. Ganz zu schweigen davon, dass das Vorgehen des Landes den in Brandenburg verbreiteten Eindruck, dass „ohnehin nur noch alles in die Lausitz geht“, am Ende weiter zementiert. Erst im vergangenen Jahr ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Landtagswahlkampf voller Versprechungen durchs Land gezogen. Unter anderem hat er der MHB eine deutliche Erhöhung ihrer Zuschüsse zugesagt. Von Kürzungen war nie die Rede. Daran muss sich der Lausitzer Woidke heute messen lassen. Herr Woidke, halten Sie Ihr Wort!Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com