Mit Manualtherapie gegen Schultergürtel-Probleme

GRONINGEN (ner). Die Linderung von Beschwerden im Schultergürtel-Bereich kann mit Manualtherapie beschleunigt werden, berichten niederländische Allgemeinmediziner. Jedoch ist dazu Geduld nötig.

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Schmerzen in der Schulter, die in den Nacken oder Ellenbogen ziehen und die Beweglichkeit mindern, sind relativ häufige Probleme in der Hausarztpraxis, so Dr. Gert J. D. Bergman von der Abteilung für Allgemeinmedizin an der Universität Groningen und seine Kollegen (Ann Intern Med 141, 2004, 432). In den Niederlanden wird die Inzidenz mit 10 bis 25 pro 1000 Praxisbesuche angegeben.

Bergman und seine Kollegen haben in einer Studie 150 Patienten mit Schulterschmerzen und Dysfunktion im Schultergürtelbereich per Zufallsauswahl entweder nach der in den Niederlanden üblichen Standardtherapie behandelt oder zusätzlich dazu eine Manualtherapie durch geschulte Therapeuten vornehmen lassen, begrenzt auf maximal sechs Behandlungen innerhalb von zwölf Wochen.

Die Standardtherapie bestand aus einer zweiwöchigen Schmerzbehandlung mit Paracetamol oder nicht-steroidalen Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen) in hoher Dosierung. Verringerten sich dabei die Beschwerden nicht, wurden bis zu drei Kortikoid-Injektionen (Triamcinolon-Acetonid 40 mg) subakromial oder in das Glenohumeral-Gelenk verabreicht, gegebenenfalls kombiniert mit 10 mg Lidocain. Bei länger als sechs Wochen bestehenden Beschwerden verordneten die Ärzte auch Physiotherapie.

Insgesamt benötigten etwa ein Viertel der Patienten in beiden Gruppen Injektionen sowie Physiotherapie. Nach zwölf Wochen hatten in der Standardgruppe 21 Prozent der Patienten keine Beschwerden mehr oder die Beschwerden hatten sich erheblich vermindert. In der Kombinationsgruppe (Standard plus Manual-therapie) waren es 43 Prozent.

Auch nach einem Jahr waren in der Standardgruppe nur ein Drittel der Studienteilnehmer vollständig genesen, bei der Kombinationstherapie waren es etwas mehr als die Hälfte.

Interessanterweise schwankte die Erfolgsrate der einzelnen Chiropraktiker beträchtlich, zwischen 14 und 67 Prozent. Dies könnte statistisch zu einer Unterbewertung der Manual-therapie in der Studie beigetragen haben, so Bergman. Er und seine Kollegen plädieren aufgrund ihrer Ergebnisse dafür, bei Schmerzen und Dysfunktionen im Schulter-Nacken- sowie Schultergürtelbereich stets die Überweisung zu einem Manualtherapeuten in Betracht zu ziehen.

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