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Pädiatrie

Möglichst früh auf niedrige HbA1c-Werte achten!

Kinder, deren Typ-1-Diabetes gut eingestellt ist, haben auch als junge Erwachsene bessere Chancen auf eine gute Stoffwechselkontrolle.

Veröffentlicht:

INNSBRUCK. Die Qualität der metabolischen Kontrolle bei Typ-1-Diabetikern ist offenbar nicht nur das Ergebnis von kurzfristigen Einflüssen und individuellen Eigenschaften, sondern wird schon durch die HbA1c-Einstellung im Kindesalter gebahnt.

Es lohnt sich also, früh auf eine konsequente HbA1c-Senkung zu achten. Darauf machen Sabine Hofer von der Uni Innsbruck und ihre Kollegen von der österreichisch-deutschen DPV-Initiative (Diabetes Patienten Verlaufsdokumentation) aufmerksam.

Die Ärzte haben anhand der standardisiert erhobenen DPV-Daten bei 1146 Typ-1-Diabetikern den HbA1c-Verlauf von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter nachvollzogen und dabei ein "Tracking" der Blutzuckerkontrolle festgestellt (JPEDS 2014; online 20. Aug. 2014).

Bei den Patienten war im mittleren Alter von sieben Jahren Diabetes diagnostiziert worden. Das niedrigste HbA1c hatten sie vor der Pubertät, mit einem medianen Wert von 7,5 Prozent. Während der Pubertät (14. bis 19. Lebensjahr) verschlechterte sich die Einstellung deutlich auf ein HbA1c von 8 Prozent.

Im Alter ab 20 lag das HbA1c median bei 7,8 Prozent. Dabei zeigte sich für die einzelnen Patienten eine signifikante Korrelation zwischen der BZ-Einstellung in jeder der drei Lebensphasen.

HbA1c in der Kindheit - signifikanter Vorhersageparameter

Auch wenn die Patienten entsprechend ihrem präpubertären HbA1c-Wert in drei Gruppen eingeteilt wurden, war mit der Zeit ein Anstieg des HbA1c festzustellen. Die Unterschiede zwischen den drei Gruppen blieben dabei bis ins Erwachsenenalter erhalten.

Das HbA1c in der Kindheit erwies sich als signifikanter Vorhersageparameter für das HbA1c im Erwachsenenalter. Der Zusammenhang war unabhängig von anderen Einflüssen wie Geschlecht, Migrationshintergrund, Diabetesdauer, BMI oder Art und Dosierung der Insulintherapie.

Drei Viertel der Patienten (76,7 Prozent), die vor der Pubertät keine adäquate Diabeteskontrolle (= 7,5 Prozent) erreichten, schafften das auch als Erwachsene nicht. Von den Patienten mit guten präpubertären Werten war dies bei 57 Prozent der Fall.

Umgekehrt war die Wahrscheinlichkeit für eine gute Einstellung im Erwachsenenalter höher, wenn der HbA1c in der Kindheit nicht nur = 8,0 Prozent, sondern = 7,5 Prozent gelegen hatte (Odds Ratio 2,52 bzw. 2,73).

Die Forscher vermuten, dass es biologische Faktoren sind, die die langzeitige Beeinflussung der Stoffwechselkontrolle bewirken. So könnten "advanced glycation endproducts" und oxidativer Stress sowie Gene und Proteine am metabolischen Gedächtnis beteiligt sein.

In jedem Fall würden die Studienergebnisse einen frühen Fokus auf die Stoffwechselkontrolle erfordern, "von Anfang an mit dem Ziel des niedrigstmöglichen HbA1c". (bs)

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