Der Arzt Jens Baas ist Chef der Techniker Krankenkasse, der größten deutschen Kasse. Im Interview mit der Ärzte Zeitung spricht er über den überfälligen Umbau des EBM – und wie untauglich ein Bierdeckel beim Skizzieren von Reformen ist.
Vor einem Jahr trat die rot-grün-gelbe Teillegalisierung von Cannabis in Kraft. Sie erweist sich als Fehlschlag, den die künftige Koalition rasch korrigieren sollte.
Die Ersatzkassen bringen mit ihrem Vorschlag zur Patientensteuerung eine wichtige Debatte voran, die auch die Berliner Gesundheitspolitik beschäftigt. Dabei wagen sie den Schritt in eine neue Regelversorgung.
Nun haben die Wähler das Wort: Am Sonntag entscheiden sie, wer künftig im Bundestag sitzt. Ein enorm wichtiges Themenfeld bleibt dabei eine „black box“,weil es im Wahlkampf keine Rolle spielte: Gesundheit und Pflege.
Der Ausflug des CDU-Chefs Friedrich Merz in die Gesundheitspolitik ist gründlich misslungen: Denn sein Rabatt-Plan könnte die gesetzliche Krankenversicherung viel Geld kosten.
Die Ergebnisse der Leserumfrage der Ärzte Zeitung zur Bundestagswahl stoßen auf ein breites Echo: bei Kolleginnen und Kollegen in Fachverbänden und in der Selbstverwaltung – aber auch im Bundestag und in der Bundesregierung.
Die Ärzte Zeitung hat ihren Leserinnen und Lesern vor der Bundestagswahl die Sonntagsfrage gestellt. Die Ergebnisse der Umfrage offenbaren interessante Farbenspiele: Schwarz-Grün hätte eine Mehrheit, aber auch Schwarz-Rot-Gelb.
Noch ist offen, ob Robert F. Kennedy Jr. nächster Gesundheitsminister der USA wird – doch allein seine Nominierung ist ein Alarmzeichen. Auch für Deutschland.
Kurz vor der Bundestagswahl macht der Kanzlerkandidat der Grünen einen gewagten Vorstoß – und lässt bei seiner Forderung nach Kassenbeiträgen auf Kapitalerträge viele Fragen offen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist es gelungen, dass der Bundesrat die Klinikreform nicht in den Vermittlungsausschuss schickt. Doch hält kein Land die Reform für wirklich gelungen. Und der Konflikt geht weiter...
Kommentar zu Lauterbach und dem Ende der Koalition
Kaum jemand hat innerhalb der nun gescheiterten Ampel so konstruktiv agiert wie Karl Lauterbach. Da ist es fast tragisch, dass das Ampel-Ende ihm nun einen Scherbenhaufen bereitet.
Prekär ist sie, die Finanzlage der Kranken- und der Pflegeversicherung. Höchste Zeit also, dass der Sozialstaat nur denen hilft, die wirklich finanzielle Hilfe benötigen. Denn sonst droht eine Kostendämpfung.
Können ältere Mediziner dem Ärztemangel abhelfen? Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hatte kürzlich auf genau dieses Potenzial hingewiesen. Eine Recherche zeigt: Ein Drittel der Ärzte über 65 ist heute schon berufstätig – und weitere 42.000 kommen dafür infrage.
Schleichend, aber gründlich hat sich eine Unkultur des Misstrauens in Deutschland verbreitet. Die Folge: Eine Flut an Dokumentationen und Berichten, die auch sinnvolle Änderungen im Gesundheitswesen unmöglich macht.
Zum 17. Oktober greift die neue EU-Richtlinie zur IT-Sicherheit. Der Bundestag soll sie bald umsetzen. Im Gesundheitswesen haben nur wenige NIS-2 auf dem Schirm. Dabei dürften Hunderte MVZ und Praxen betroffen sein. Eine Einordnung.
Dr. Marion von Helmolt engagiert sich in der ärztlichen Freitodhilfe. Ängste und Unwissen ablegen, lautet ihr Appell an Kolleginnen und Kollegen. Denn die Sterbehilfe sei im Rahmen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts legal – und für viele Betroffene eine Erlösung.
Im privaten Kreis feiert Merkel an diesem Mittwoch Geburtstag. In der Gesundheitspolitik hat sie keine bleibenden Spuren hinterlassen – auch wenn sie eine Zeit lang durchaus Reformehrgeiz besaß. Und dann kam auch noch Corona.
Vor der Sommerpause will Minister Lauterbach mit vielen Kabinettsberatungen Tatkraft beweisen. Tatsächlich geht es aber an wichtigen Punkten bei der Pflege oder der Notfallreform nicht voran.
Über Jahre hinweg war die deutsche Wirtschaft sehr erfolgreich. Doch nutzte die Große Koalition diese gute Ausgangslage nicht für Reformen der Pflege- und Krankenversicherung – und übertrug der Ampel damit ein schweres Erbe.
Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst hat der dritten Säule des Gesundheitswesens eine unerwartete und nötige Renaissance beschert. Allerdings weiß niemand, ob Bund und Länder darauf aufbauen – oder ob sich der Pakt doch noch als Strohfeuer erweist.
Im Streit um die Homöopathie vergeudet die Ärzteschaft Kraft und Zeit auf einem Nebenschauplatz. Ein Leitartikel zu einem der großen Reizthema im Gesundheitswesen.