Daten der KKH
Kaufmännische Krankenkasse: 11,9 Millionen Fehltage im ersten Halbjahr
Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Fehltage im Job um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, meldet die KKH. 17,1 Tage waren Beschäftigte im Durchschnitt krankgeschrieben.
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Hohe AU-Zahlen meldet die Krankenkasse KKH für das erste Halbjahr. Einfluss auf die Entwicklung der Zahlen hat auch die elektronische Krankschreibung.
© Robert Schmiegelt/Geisler-Fotopress/picture alliance
Hannover. Beschäftigte in Deutschland sind in den vergangenen Monaten laut einem Krankenkassenbericht deutlich länger krankgeschrieben gewesen als zuvor. Wie die KKH am Donnerstag berichtete, verzeichnete sie bei ihren berufstätigen Mitgliedern im ersten Halbjahr 2023 bundesweit rund 11,9 Millionen Fehltage. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 7,6 Millionen Tagen sei das ein Anstieg um mehr als die Hälfte.
Der Zuwachs ist laut der Kasse mit insgesamt rund 1,6 Millionen Versicherten vor allem psychischen Leiden zuzuschreiben. So waren Menschen, die unter wiederkehrenden Depressionen litten, im Schnitt 112,1 Tage krankgeschrieben. Im ersten Halbjahr 2022 waren es nur 88,8 Tage. Zum Vergleich: Im Durchschnitt waren alle Beschäftigten im Berichtszeitraum 17,1 Tage krankgeschrieben und im selben Zeitraum des Vorjahres 14,6 Tage.
BKKen ziehen AU-Bilanz
Grippe und Erkältung sorgten für die meisten Krankschreibungen
Auch die Zahl der Krankheitsfälle bewegt sich nach der Statistik weiterhin auf hohem Niveau: Der Krankenstand im ersten Halbjahr 2023 lag bundesweit bei 6,3 Prozent. Somit fehlten an jedem Tag von Anfang Januar bis Ende Juni im Schnitt 63 von 1.000 Beschäftigten krankheitsbedingt – ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Erkältungs- und Grippewelle hat AU-Zahlen nach oben getrieben
Ursächlich für die nach wie vor hohe Zahl an Attesten war unter anderem die starke Erkältungs- und Grippewelle im Winter und Frühjahr, wie es hieß. Infekte der oberen Atemwege hätten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Drittel zugenommen. Zudem habe es doppelt so viele Grippeerkrankungen unter den beschäftigten Mitgliedern gegeben. Eine Zunahme von fast 50 Prozent verbuchte die Kasse bei Attesten im Zusammenhang mit Corona.
Eine Rolle bei den hohen Werten spiele aber auch die elektronische Krankschreibung, so die KKH. Dadurch gingen mittlerweile nahezu alle Atteste bei den Krankenkassen ein – auch die kurzzeitigen, die nicht in einen Krankengeldfall mündeten. Als Patienten die gelben Scheine noch selbst an ihre Krankenkasse hätten senden müssen, sei dies häufig nur bei längerer Krankheit geschehen. (KNA)