Kommentar – Zi-Erhebung

Notfallambulanz ein Risiko?

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Für die KBV ist die aktuelle Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) eine Steilvorlage im Streit um die Neuorganisation des ärztlichen Notfalldienstes.

Zwei Botschaften stehen im Zentrum der Untersuchung: Viele Notfallambulanzen an Kliniken sind nicht ausgelastet. Und: Schlecht ausgelastete Ambulanzen stellen für Patienten mit lebensbedrohlichen Zuständen ein Sicherheitsrisiko dar.

Das ist starker Tobak, der die Diskussion um die Notaufnahmen in Kliniken anheizen wird. Das Zi belegt seine Thesen mit internationalen Daten, die aber nur bedingt auf Deutschland übertragbar sind. In den hier aufgeführten Gesundheitssystemen erfolgt Versorgungssteuerung zum Teil nach eigenen länderspezifischen Regeln und geübten Praktiken.

Dennoch wird der Druck auf die Politik wachsen, sich etwa mit den Rechtsgrundlagen für die Besetzung von Bereitschaftspraxen zu beschäftigen. Bedeutet: mehr Personal und mehr Geld, um eine Rund-um-die-Uhr-Präsenz sicherzustellen. Damit wäre auch das Thema wohnortnahe Erreichbarkeit erledigt.

Nur die Vorstellung, beides mit der Streichung der angeblich überflüssigen Klinikambulanzen zu verrechnen, ist extrem ambitioniert. Denn die Notaufnahmen, die übrig bleiben, müssen personell aufgerüstet werden. Diese Frage dürfte sich dann vor allem auch in Ballungszentren stellen.

Lesen Sie dazu auch: Zi-Studie: Notaufnahmen - Je weniger Patienten, desto höher das Risiko

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