Studie der Bertelsmann Stiftung

12.000 qualifizierte Assistenzkräfte könnten 8.200 Hausärzte ersetzen

Die Bertelsmann Stiftung hat ausrechnen lassen, wie viele Physician Assistants und/oder nicht-ärztliche Praxisassistenten zu beschäftigen wären, um die mittelfristig zu erwartende Hausärztelücke zu schließen.

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Passt – theroretisch. Doch ob freiberufliche Hausärztinnen und Hausärzte in großem Stil Assistenten anstellen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten?

Passt – theroretisch. Doch ob freiberufliche Hausärztinnen und Hausärzte in großem Stil Assistenten anstellen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten?

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Gütersloh. „Delegation“ heißt der neue Universalschlüssel, wenn über Abhilfe in Sachen Hausärztemangel diskutiert wird. Unlängst griff die Bertelsmann Stiftung das Thema bereits unter allgemeinärztlichen Akzeptanzaspekten auf – welche Tätigkeiten die Leistungserbringer abzugeben bereit wären.

Nun legt die Stiftung mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage sowie Berechnungen zum objektiven Bedarf nicht-ärztlichen Fachpersonals nach, wenn dadurch der Hausärztemangel kompensiert werden soll.

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Laut einer Analyse des Hamburger Beratungsunternehmens Optimedis sind systematisch und in großem Stil delegierende Praxen pro Assistent in der Lage zwischen 60 und 70 Prozent einer ärztlichen Vollzeittätigkeit zu ersetzen. Danach wären rein rechnerisch rund 12.000 Köpfe (Physician Assistants und/oder nicht-ärztliche Praxisassistenten) in Vollzeit nötig, um „die Lücke von rund 8.200 Hausarztsitzen im Jahr 2030 abzudecken“; teilzeitadjustiert rechnet Optimedis mit rund 14.700 Köpfen.

Zügige Behandlung wichtiger als Medizinstudium

Die Bedarfszahl resultiert aus den 5.000 gegenwärtig bereits vakanten Hausarztsitzen und 3.200 Sitzen, die nach Berechnungen des wissenschaftlichen Instituts der BARMER bis 2030 nicht besetzt werden können. Patienten hätten mit nicht-ärztlicher Behandlung mehrheitlich kein Problem, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nahelegt.

69 Prozent wünschten sich vor allem eine zügige Abklärung ihrer Beschwerden, heißt es. „Ob das ein Arzt oder anderes qualifiziertes Praxispersonal leistet, ist ihnen egal.“

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Nach konkreten Leistungen gefragt, ergebe sich „weitgehend“ Deckungsgleichheit zwischen dem, womit die Bevölkerung nicht-ärztlich erbracht überwiegend einverstanden wäre und den Aufgaben, die Hausärzte gerne selbst öfter delegieren möchten. Lediglich Medikationsanpassungen und Hausbesuche in Akutfällen stoßen auf größere Skepsis – finden aber immerhin auch noch rund 40 Prozent Zustimmung.

„Aufgabenteilung konsequent umsetzen!“

Jan Böcken, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung: „Die Übernahme hausärztlicher Aufgaben durch hochqualifizierte Assistenzkräfte birgt großes Potenzial, trifft auf breite Akzeptanz und hat sich bereits in der Praxis bewährt.

Internationale Erfahrungen bestätigen die Vorteile des Konzepts. Es sind nicht zwingend zusätzliche Hausärztinnen und -ärzte nötig, um den Versorgungsbedarf zu decken. Viel aussichtsreicher ist es, Praxisassistenzberufe aufzuwerten und Mitarbeitende gezielt weiterzubilden.“

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Deshalb komme es jetzt darauf an, „dass die Hausarztpraxen die Aufgabenteilung konsequent umsetzen. Zudem sollten alle Konzepte zur Neuausrichtung der ambulanten Versorgung die veränderten Rollen und Zuständigkeiten systematisch mitdenken“.

Hausärztliche Inhaber müssten darin unterstützt werden, „die Praxisabläufe neu zu organisieren und das nötige Vertrauen in der Zusammenarbeit mit ihren Teams aufzubauen.“ (cw)

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Kommentare
Dr. Christoph Claus 03.03.202622:19 Uhr

Na super, die Bertelsmänner reden wieder hirnlos der Substitution hausärztlicher Leistungen das Wort, als ob sie einen Schluck zu viel aus KI-Pulle genommen hätten. Kein Wunder, sind sie doch sicher mehrheitlich gesund, in der Großstadt verortet und frei von Sachkenntnis - so wie (zahlreiche Politiker in Berlin und) die Studie, die sie zitieren. Aber immer schön die Versäumnisse der Politik schönreden. Ja, das kann man in Gütersloh! Hoffentlich braucht ihr nie eine hausärztlich Versorgung! Oder Ihr begreift vorher, dass es Personalkosten in der ambulanten Patientenversorgung nicht aus der Portokasse der Praxisinhaber gibt, egal ob für PA, MFA oder Ärztin/Arzt.

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