E-Health

AOK-Chef sieht E-Card als gescheitert

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, erklärt die elektronische Gesundheitskarte für gescheitert. Es handle sich um veraltete Technik, sagte er in einem Zeitungsinterview.

Von Marco Hübner Veröffentlicht:
Die elektronische Gesundheitskarte bereitet dem Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, Sorgen.

Die elektronische Gesundheitskarte bereitet dem Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, Sorgen.

© Alexander Heinl / picture alliance / dpa Themendienst

BERLIN. "Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert." Das hat der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, in einem Interview mit der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe) gesagt.

Litch hofft, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), "die Digitalisierung im Gesundheitswesen auf neue Füße stellt" . Bis Ende dieses Jahres übertrete das Projekt die Kostenschwelle von zwei Milliarden Euro, sagte Litsch. Dabei sei die E-Card bereits überholt.

So sehe das System der Gesundheitskarte vor, dass Patienten ihre Daten nur in der Arztpraxis einsehen können. "Sie müssen jederzeit Zugriff haben", fordert der AOK-Chef. "Auch über ihre Smartphones."

Nach Litschs Vorstellung soll etwa die gematik, die für die Entwicklung der E-Card zuständig ist, in eine Regulierungsagentur umgewandelt werden, um einheitliche Standards für digitale Anwendungen wie den Medikationsplan zu schaffen.

Die Barmer sieht auch einige Kritikpunkte, wenn es um die E-Card geht. Aber: "Das komplette System in Frage zu stellen, halten wir nicht für zweckmäßig", erklärte ein Sprecher der Kasse auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Es ist nicht das erste Mal, dass der AOK-Chef bestehende Strukturen kritisierte. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres erhob er Zweifel an den Entscheidungsstrukturen der gematik.

Derweil erprobt die Kasse ihr eigenes Modell, um Ärzte und Patienten über das Internet miteinander zu vernetzen. In Mecklenburg-Vorpommern testen das Ärztenetz "Haffnet", zwei Kliniken und rund 8000 Versicherte die digitale Gesundheitsakte der AOK.

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Bei eliPfad überprüfen Patienten regelmäßig Vitalwerte mit digitalen Messgeräten. Die Fallmanagerinnen überprüfen die Werte und informieren bei Auffälligkeiten die betreuenden Ärzte.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Innovationsfonds-Projekt

eliPfad: Einbeziehung von Niedergelassenen ist schwierig

Was tun, wenn Patienten „ausflippen“? Ein Qualitätszirkel-Modul gibt Empfehlungen für die Praxis.

© LightFieldStudios / Getty Images / iStock

„Deeskalative Techniken“ entwickeln

KBV stellt Praxen Qualitätszirkel-Modul zu Gewalt zur Verfügung

Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben