Kaltlicht-Therapie stoppt den hellen Hautkrebs

MÜNCHEN (hsr). Die photodynamische Therapie mit einem topischen Sensibilisator und rotem Kaltlicht bei hellem Hautkrebs hat sich ein Jahr nach Zulassung zur Standardbehandlung gemausert. Vielversprechende Studienresultate zu der Methode liegen jetzt auch für Patienten mit Morbus Bowen vor.

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Bei hellem, unpigmentiertem Hautkrebs - also aktinische Keratosen als Präkanzerosen sowie oberflächliche und noduläre Basalzellkarzinome - im Gesicht oder auf der Kopfhaut ist die photodynamische Therapie (PDT) mit Methyl-Amino-Oxo-Pentanoat (MAOP) und rotem Kaltlicht "mittlerweile als gut erprobter und bevorzugter Therapiestandard etabliert". Diese Bilanz zieht Privatdozent Holger Petering aus Ergebnissen mehrerer Studien mit der MAOP-haltigen Creme Metvix® plus roter Kaltlichtquelle Actilite®.

Wie der Dermatologe von der Nordseeklinik Norderney während einer Pressekonferenz des Unternehmens Galderma in München berichtet hat, reichert sich der Photosensibilisator MAOP "ganz präzise und selektiv" in Tumorzellen und Tumorvorläuferzellen an. Das belegten Fluoreszenz-diagnostische Aufnahmen der Läsionen, die im Woodlicht rot schimmerten. Gesunde Haut hingegen spiegle solche Muster nicht wider.

Die Patienten werden in zwei Sitzungen im Abstand von sieben Tagen behandelt. Die MAOP-haltige Creme zieht unter Okklusion in den Hauttumor ein, drei Stunden später wird das Areal sieben bis zehn Minuten belichtet. Das rote Kaltlicht mit einer Wellenlänge von 630 Nanometern zerstört nach Angaben von Petering ausschließlich die Tumorzellen und schont das normale Gewebe. Die Behandlung sei sicher. Außer kurzzeitiger Krustenbildung zwei bis drei Tage nach Therapie hat der Dermatologe keine unerwünschten Reaktionen und "bei einigen hundert Behandlungen nie Infektionen" beobachtet.

In Multicenterstudien mit insgesamt 1277 Basaliom-Patienten und 792 an aktinischen Keratosen Erkrankten sind nach seiner Aussage Heilungsraten von jeweils etwa 90 Prozent erzielt worden. Für wichtig hält Petering außerdem das kosmetische Ergebnis, mit dem über 90 Prozent der Behandelten und Ärzte "überaus zufrieden" seien. Darüber hinaus bekräftigten sie in ihren Beurteilungen den Verjüngungsaspekt durch die Therapie.

Erste Daten liegen jetzt auch für die Methode bei Morbus Bowen - einer Variante des Spinalioms, das metastasieren kann - vor. In einer placebokontrollierten Studie mit 200 Morbus Bowen-Patienten betrug die Heilungsrate für die PDT mit MAOP 91 Prozent, für die Kryotherapie 87 und für das Zytostatikum 5-Fluoruracil 81 Prozent. 94 Prozent der Patienten waren mit dem PDT-Verfahren gut bis sehr gut zufrieden. Eine Indikationserweiterung für die PDT wird noch dieses Jahr erwartet.

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