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Auch wer jetzt Schweinegrippe hat, braucht später den Pandemie-Impfstoff

LANGEN (hub). Wer jetzt mit H1N1/09 infiziert wurde, soll später gegen das Virus geschützt sein: Dieser oft gehegten Vermutung widerspricht Dr. Michael Pfleiderer vom Paul-EhrlichInstitut (PEI).

Der Leiter des Fachgebiets Virusimpfstoffe am PEI sagte im Interview mit der "Ärzte Zeitung": "Was so mild verläuft, kann keine Immunantwort erzeugen, die qualitativ so hoch ist, dass sie auch mit einem virulenteren Virus fertig werden würde." Das sei mit vielen anderen Erregern ebenso: Milde, subklinisch verlaufende Infektionen hinterlassen keine ausgeprägte Immunität. Auch wer schon mit H1N1/09 infiziert war, bräuchte daher die Impfung mit einer Pandemie-Vakzine.

Dass H1N1/09 besser durch Kontakt als durch Aerosole übertragen wird, hat zudem eine in "Science" online publizierte Studie ergeben: Uninfizierte Frettchen, die nur Aerosolkontakt hatten, wurden mit dem Schweinegrippe-Virus weniger stark infiziert als jene Tiere, die direkt zu infizierten Frettchen gesetzt wurden. Im Vergleich zum neuen H1N1/09-Virus waren saisonale H1N1-Viren deutlich besser per Tröpfcheninfektion übertragbar.

"Noch ist also der direkte Kontakt nötig", so Pfleiderer zur "Ärzte Zeitung". Das könne sich im Winter ändern. Jetzt seien bei uns die klimatischen Bedingungen äußerst ungünstig. "Unter Umständen ist das Tröpfchen eingetrocknet, bevor es den nächsten Menschen erreicht." Händewaschen sei daher eine wichtige Hygienemaßnahme. "Ich denke aber, jeder, der nah genug Kontakt zu einem Infizierten hat, wird auch selbst infiziert", sagt Pfleiderer. Über größere Distanzen habe das Virus noch ein Problem. "Aber das überbrückt es über kurz oder lang - eher über kurz."

Lesen Sie dazu auch das Interview: "Es wird wohl viele Pandemiewellen geben"

Lesen Sie auch: Schweinegrippe: Impfung kostet 600 Millionen Euro

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