Dicke Kinder

Keine erhöhte Gefahr für Knochenbrüche

Sind übergewichtige Kinder besonders gefährdet für Frakturen, weil stärkere Kräfte auf die Knochen wirken könnten? Nein, haben jetzt kanadische Forscher herausgefunden. Bei dünnen Kindern ist das anders.

Veröffentlicht:
Knochenbrüche treffen vor allem die Untergewichtigen, hat eine kanadische Studie mit Kindern jetzt ergeben.

Knochenbrüche treffen vor allem die Untergewichtigen, hat eine kanadische Studie mit Kindern jetzt ergeben.

© Klaus Rose

VANCOUVER. In einigen Studien wurde über ein erhöhtes Risiko für akute muskuloskelettale Verletzungen und vermehrte Extremitätenfrakturen bei Kindern mit hohem Body-Mass-Index (BMI) berichtet.

Doch die Datenlage insgesamt war bislang, nicht zuletzt wegen einiger Studien mit methodischen Schwächen, wenig aussagekräftig.

Im Rahmen einer prospektiven Querschnittstudie untersuchten nun Vikram Sabhaney vom BC Children's Hospital in Vancouver an zwei tertiären Versorgungszentren in Kanada Zusammenhänge zwischen dem BMI und der Häufigkeit von Extremitätenfrakturen bei 2213 Kindern zwischen zwei und 17 Jahren (JPEDS; online 13. Mai 2014).

Das Durchschnittsalter der ansonsten gesunden Patienten, die wegen einer akuten Verletzung medizinische Hilfe in einer Einrichtung der pädiatrischen Notversorgung suchten, lag bei 9,5 Jahren. 49 Prozent der behandelten Kinder hatten eine Fraktur erlitten, drei Viertel an der oberen Extremität. 14 Prozent der jungen Patienten waren als übergewichtig und 14 Prozent als adipös eingestuft.

Höchste Frakturraten bei Jungen zwischen fünf und zwölf Jahren

Die Studienautoren gingen davon aus, dass Kinder mit höherem BMI wegen der stärkeren Kräfte, die auf den Knochen wirken, ein höheres Risiko für Knochenfrakturen tragen als normalgewichtige Kinder.

Doch die multivariate Analyse, die unter anderem sowohl den Hergang des Unfalls als auch den Aktivitätsgrad der Kinder berücksichtigte, ergab genau das Gegenteil: Verglichen mit normalgewichtigen Kindern zeigten sich in den einzelnen "Gewichtsklassen" zwar zum Teil kleine, aber dennoch signifikante Unterschiede bei der Häufigkeit von Knochenbrüchen.

Die wenigsten Frakturen traten in der Gruppe der adipösen Patienten auf (Odds Ratio, OR 0,75). Bei den Kindern mit Übergewicht ergab sich eine OR von 1,15, ihr Risiko lag damit im Bereich der Normalgewichtigen. Allerdings kam es bei den Übergewichtigen zu deutlich mehr Frakturen der unteren Extremitäten.

Untergewichtige Kinder dagegen hatten das höchste Risiko für einen Knochenbruch (OR 1,44) - möglicherweise, so die Autoren, eine Folge einer geringeren Knochenmineraldichte. Insgesamt zeigten sich die höchsten Frakturraten bei Jungen zwischen fünf und zwölf Jahren. (St)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Kommentar

Süß, süßer, Deutschland

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

S2e-Leitlinie aktualisiert

Auto fahren mit Diabetes: Auf diese Punkte sollten Ärzte hinweisen

Lesetipps
Pipetten mit Flüssigkeiten im Labor.

© Alican/stock.adobe.com

Hoffnung durch KI & Co?

Drei neue Strategien gegen Pankreaskrebs

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Die Pressekonferenz zum DKK 2026 mit zahlreichen Menschen auf dem Podium.

© Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Blick in den Darm mit einem Krebsgeschwür.

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe