Weltgesundheitstag
Gesundheit – für die meisten Menschen in Deutschland eine Großbaustelle
Das Vertrauen in Ärzte steigt mit dem Bildungsniveau: Während 72 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildungsniveau sich lieber selbst informieren, sind es bei hohem Bildungsabschlüssen 62 Prozent.
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Ernährungsmedizinisch teufliche Versuchung in Blau-weiß: Das Thema gesunde Ernährung brennt den Deutschen auch über die bayerische Landesgrenze hinaus auf den Nägeln.
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Hamburg. Drei Viertel der Deutschen (75 Prozent) sind der Ansicht, dass sie mehr für ihre körperliche Gesundheit tun müssten. Fast ebenso viele (71 Prozent) meinen, dass sie auch mehr auf ihr geistiges Wohlbefinden achten sollten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Ipsos Global Trends – eine jährlich in 50 Ländern durchgeführte Umfrage zu relevanten Trends, für die in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als Tausend Menschen befragt wurden, wie das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos am Freitag mitteilte.
Im Hinblick auf die körperliche Gesundheit gibt es demnach bei den Deutschen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wohl aber zwischen den verschiedenen Altersgruppen und beim Bildungshintergrund. Am ausgeprägtesten ist das Gesundheitsbewusstsein laut Umfrage bei den 35- bis 44-Jährigen (83 Prozent) – also den Jahrgängen, die gerade die Lebensmitte erreicht haben. Besonders gering ist es bei Personen mit niedrigem Bildungsniveau (67 Prozent).
Drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) seien davon überzeugt, dass eine gute Ernährung der wichtigste Faktor ist, um gesund zu bleiben. Auch hier liege die Zustimmung bei den 35- bis 44-Jährigen mit 80 Prozent leicht über dem Durchschnitt, am niedrigsten sei sie bei den jüngeren Befragten zwischen 16 und 24 Jahren (67 Prozent). Darüber hinaus wünscht sich eine Mehrheit der Befragten, Gewicht zu verlieren (59 Prozent) – darunter etwas mehr Frauen (60 Prozent) als Männer (56 Prozent).
Bewusstsein für psychische Gesundheit vor allem bei Frauen und Jüngeren
Immerhin 71 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass sie mehr auf ihre mentale Gesundheit achten sollten. Im weltweiten Durchschnitt liegt dieser Wert mit 81 Prozent allerdings deutlich höher.Bemerkenswert: In Deutschland zeigten sich laut Studie beim Thema psychische Gesundheit deutliche Geschlechter- und Generationenunterschiede. Frauen zeigten demnach mit 74 Prozent ein höheres Bewusstsein als Männer (68 Prozent). Zudem sähen insbesondere die jüngeren Altersgruppen – die 25- bis 34-Jährigen (81 Prozent) und erneut die 35- bis 44-Jährigen (83 Prozent) – eine hohe Relevanz. Im fortgeschrittenen Alter beschäftige das Thema im Gegensatz zur körperlichen Gesundheit deutlich weniger Befragte (45- bis 54-Jährige: 67 Prozent; 55- bis 74-Jährige: 59 Prozent).
Mehr Vertrauen in Eigenrecherche als in ärztliche Informationen
58 Prozent der Deutschen geben an, sich selbst über Gesundheitsthemen zu informieren, anstatt sich allein auf die Aussagen von Ärzten und Ärztinnen zu verlassen. Diese Ansicht ist bei Frauen (61 Prozent) etwas ausgeprägter als bei Männern (56 Prozent). Das Vertrauen in Ärzte steigt zudem mit dem Bildungsniveau: Während 72 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildungsniveau sich lieber selbst informieren, sind es bei Personen mit mittlerem Bildungsgrad nur 56 Prozent und bei hohem Bildungsabschlüssen 62 Prozent.
In diesem Zusammenhang wünschen sich auch 61 Prozent der Deutschen (global: 80 Prozent) mehr Kontrolle über Entscheidungen, die ihre Gesundheit betreffen. Diese Haltung ist nicht nur bei Männern (65 Prozent) stärker ausgeprägt als bei Frauen (58 Prozent), sondern vor allem auch in den jüngeren Altersgruppen der 25- bis 34-Jährigen (69 Prozent) und der 35- bis 44-Jährigen (68 Prozent).(eb)