Direkt zum Inhaltsbereich

Weißdorn bei Herzinsuffizienz kann empfohlen werden

MANNHEIM (Rö). Es gibt keinen Grund, Patienten mit Herzinsuffizienz von der Einnahme eines Weißdorn-Präparates zusätzlich zu ihrer Standardmedikation abzuraten. Denn diese Phytotherapie ist sicher.

Veröffentlicht:

Zumindest bei jenen Herzinsuffizienz-Patienten mit einer Auswurffraktion von mindestens 25 Prozent besteht die Hoffnung, dass tödliche kardiale Ereignisse hinausgezögert werden. Dies lassen die Ergebnisse der SPICE*-Studie schließen, die Professor Christian Holubarsch aus Bad Krozingen beim Kardiologen-Kongress in Mannheim erstmals in Deutschland vorgestellt hat.

Beim primären kombinierten Endpunkt aus kardialer Letalität, nicht-tödlichen Myokardinfarkten und Hospitalisierung war das Crataegus-Präparat WS 1442 (Crataegutt novo 450 mg) Placebo leicht, aber nicht signifikant überlegen (27,9 Prozent versus 28,9 Prozent).

Beim sekundären Endpunkt - der kardialen Mortalität - ergab sich ebenfalls ein nicht signifikanter Trend zugunsten des Phytopharmakons. Signifikant waren die Unterschiede allerdings nach sechs Monaten (2,9 Prozent versus 4,9 Prozent) und nach 18 Monaten (9,5 versus 11,9 Prozent). Diese Zeitpunkte für die Analyse waren vor Studienbeginn definiert worden.

Auch die Untergruppen-Analyse mit Patienten, die eine Auswurffraktion von mindestens 25 Prozent hatten, war vorher festgelegt worden. Bei den Patienten ist die kardiale Mortalität signifikant vermindert.

Die SPICE-Studie ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 2681 Patienten im NYHA-Stadium II bis III und einer LVEF bis 35 Prozent. Die Medikation bestand aus: zweimal 450 mg WS 1442 oder Placebo täglich - zusätzlich zur Standardmedikation. Die Studiendauer betrug 24 Monate.

SPICE: Survival and Prognosis Investigation of Crataegus Extract WS 1442 in Chronic Heart Failure



STICHWORT

Crataegus

Crataegus - besser bekannt als Weißdorn - wird als Heilpflanze in der traditionellen europäischen Medizin seit Jahrhunderten bei Herzkrankheiten genutzt. Der Pflanze werden positiv inotrope, vasodilatierende, antiarrhythmische und antioxidative Wirkeigenschaften zugeschrieben. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten unter anderen oligomere Procyanidine und Flavonoide. (ob)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Studie „gescheitert“

Wirkt Spironolacton bei HFpEF?

Komplikationsmanagement

Typ-2-Diabetes macht besonderen Schutz für Niere und Herz erforderlich

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

© Springer Medizin Verlag

Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Puren Pharma GmbH & Co. KG, München
Real-World-Analyse von US-Versorgungsdaten-- Bei Einsatz von Sacubitril/Valsartan ist die Gesamtsterblichkeit signifikant geringer als bei Einsatz von ACEi/ARB.

© Springer Medizin Verlag

ARNI in der Primärtherapie der HFrEF

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Studie HF-OPT: Verbesserte LVEF unter medikamentöser Behandlung + Defibrillatorweste (Tag 0–90) und nachfolgender medikamentöser Behandlung (Tag 90–360)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion

Optimale medikamentöse Therapie plus Defibrillatorweste schützt vor Plötzlichem Herztod

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?