Erste Reaktionen

Viel Lob für "Ja" zur Fernbehandlung

Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots ist auf viel positive Resonanz gestoßen. Gleichzeitig werden schon weitergehende Forderungen laut.

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Eine Hoffnung in Verbindung mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots ist es, damit auch Menschen auf dem Land und Chroniker, etwa mit Bluthochdruck, besser betreuen zu können.

Eine Hoffnung in Verbindung mit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots ist es, damit auch Menschen auf dem Land und Chroniker, etwa mit Bluthochdruck, besser betreuen zu können.

© Biotronik

ERFURT. Der Branchenverband Bitkom bezeichnet die Entscheidung des Ärztetages als einen Schritt in die richtige Richtung.

Gerade für Patienten auf dem Land oder Menschen, die mobil eingeschränkt seien "ist die Onlinesprechstunde eine hervorragende Alternative zum Praxisbesuch und kann vorhandene Versorgungslücken schließen", heißt es in einer Bitkom-Mitteilung.

Jetzt müssten aber auch weitere Schritte gegangen werden. Dazu zählten die Einführung des elektronischen Rezepts und die Abschaffung des Fernverschreibungsverbots.

Auch der Chef der Barmer, Professor Christoph Straub, begrüßte das Votum des Ärztetages. So könnten allgemeine Beschwerden rascher abgeklärt und immobile Patienten intensiver betreut werden. "Jetzt muss eine bundesweit einheitliche Regelung die derzeitigen regionalen Ansätze harmonisieren", mahnt Straub.

Patienten wäre nicht zu vermitteln, wenn beispielsweise in Schleswig-Holstein eine ärztliche Online-Beratung möglich sei, in Brandenburg aber nicht.

Große Hoffnung in die Fernbehandlung setzt die Deutsche Hochdruckliga. Mit ihr könne die Behandlung von Hypertonikern deutlich verbessert werden, heißt es. Telemedizin eigne sich zwar nicht für jeden Patienten und könne und solle auch nicht die Präsenzmedizin ersetzen.

"Eine große Chance für Patienten"

"Der kluge Einsatz digitaler Hilfsmittel ist aber eine große Chance für unsere Patienten", sagt Professor Martin Middeke. Er ist Sprecher der Kommission Telemedizin und E-Health der Liga.

Online-Arztbesuche ermöglichten eine engmaschigere Kontrolle, die besonders bei Neupatienten oder schwer einstellbaren Patienten wichtig sei.

"Es ist unwirtschaftlich, die Patienten wöchentlich oder gar mehrmals pro Woche für ein Kurzgespräch mit dem Arzt in die Praxis einzubestellen, digital sind solche ‚Zwischenvisiten‘ aber machbar", sagt Middeke.

Sie stärkten das Arzt-Patientenverhältnis und motivierten den Patienten zur regelmäßigen Einnahme seiner Tablette.

Damit telemedizinische Leistungen so schnell wie möglich integraler Bestandteil der Versorgung würden, gelte es nun finanzielle Anreize für ihre Nutzung zu schaffen, fordert der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg).

Ein Verbot zu lockern reiche allein nicht aus, sei aber ein Schritt in die richtige Richtung, kommentiert bvitg-Geschäftsführer Sebastian Zilch die Entscheidung der Ärztetagsdelegierten. (chb)

Lesen Sie dazu auch: 121. Deutscher Ärztetag: Fernbehandlungsverbot fällt

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