Direkt zum Inhaltsbereich

Im Februar gegen FSME impfen

Veröffentlicht:

Wer sich im Februar gegen FSME impft, kann den Schutz bis zum Beginn der Zeckensaison im Frühling aufbauen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Menschen, die in den Risikogebieten für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben oder arbeiten und dabei dem Risiko eines Zeckenstichs ausgesetzt sind, sollten sich schon jetzt dagegen impfen lassen. Dies gilt auch für Personen, die im Frühjahr oder Sommer in diesen Gebieten ihren Urlaub verbringen wollen und Outdoor-Aktivitäten in Feld, Wald und Wiese planen.

Ein kurzzeitiger Schutz für die aktuelle Saison wird durch zwei Impfungen im Abstand von ein bis drei Monaten erreicht. Für eine drei bis fünf Jahre anhaltende Immunität ist, je nach Impfstoff, eine dritte Injektion fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Dosis nötig.

Steht die Abreise in ein Endemiegebiet schon kurz bevor, kann auch noch nach einem Schnellschema geimpft werden (siehe Herstellerangaben der Impfstoffe), womit eine Schutzwirkung etwa vier bis fünf Wochen nach der ersten Dosis erreicht wird.

Kein Schutz gegen Borreliose

Die Impfung ersetzt nicht die Expositionsprophylaxe. Hierzu sind geschlossene Kleidung und Schuhe sowie Repellentien ratsam. Denn Zecken übertragen nicht nur die FSME, sondern auch die deutschlandweit verbreitete Borreliose, gegen die bisher noch kein Impfstoff verfügbar ist.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland über 400 Menschen an FSME erkrankt, fast 90 Prozent davon in Baden-Württemberg und Bayern. In Baden-Württemberg gehören inzwischen 42 von 44 Landkreisen zu den FSME-Risikogebieten.

Etwa 0,5 bis 3 Prozent der Zecken tragen dort das FSME-Virus. Auch in den Nachbarländern Schweiz, Polen und Tschechien und vor allem in Österreich besteht eine Infektionsgefahr. Darüber hinaus hat sich die FSME in den letzten Jahren vor allem in Südskandinavien und in Osteuropa erheblich ausgebreitet.

Nach dem Stich einer infizierten Zecke entwickeln etwa 30 Prozent der Menschen grippeähnliche Krankheitssymptome, bei zehn Prozent kommt es zu einer Meningoenzephalitis, bei Älteren auch zu einer Myelitis, die lang anhaltende Schäden verursachen kann.

Infos zur Reise medizin: www.crm.de

Mehr zum Thema

Kommentar zu Folgen nach Borrelien-Infektion

Verworren verwirrende Krankheitsbilder

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Lesetipps
Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann