Direkt zum Inhaltsbereich

Nebenwirkung

Influenza geht auf die Nerven

Eine australische Studie liefert gute Gründen, warum chronisch kranke Kinder gegen Influenza geimpft werden sollten: Denn bei ihnen können nach einer Erkrankung schwere neurologische Probleme auftreten.

Veröffentlicht:
Pieks ohne Tränen: Vor allem bei neurologischen Vorerkrankungen nützt Kindern eine Influenza-Impfung.

Pieks ohne Tränen: Vor allem bei neurologischen Vorerkrankungen nützt Kindern eine Influenza-Impfung.

© Dmitry Naumov / fotolia.com

SYDNEY (BS). Schwere neurologische Störungen können Folgen von Influenza und Schweinegrippe sein. Chronisch kranke Kinder sollten daher unbedingt gegen Grippe geimpft sein.

Krampfanfälle, Reye-Syndrom, Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und transverse Myelitis können Influenza-Folgen sein; bei Kindern werden auch Enzephalopathien beschrieben.

Bei Schweinegrippe waren die Komplikationen offenbar häufig, berichten Ärzte aus Sydney: Von 506 stationär behandelten Patienten im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren hatten 49 neurologische Symptome (Neurology 2012; 79:1474). Knapp 43 Prozent der Betroffenen hatten neurologische Grunderkrankungen.

Am häufigsten waren Krampfanfälle (78 Prozent). Sieben Kinder (fünf chronisch Kranke) entwickelten eine Enzephalitis/Enzephalopathie. Bei je fünf weiteren Kindern kam es zu Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit.

Zwei Kinder hatten Lähmungen/GBS, ein Kind erlitt einen Schlaganfall. Fast ein Drittel der Kinder mit neurologischen Komplikationen (15 von 49) wurde auf der Intensivstation behandelt. Zwei Kinder mit Vorerkrankungen starben.

Die Rate neurologischer Komplikationen ist bei Kindern mit saisonaler Influenza ähnlich hoch, sie lag etwa in einer US-Studie bei 8,5 Prozent, so die Pädiater.

Nach ihren Erfahrungen sollte bei Grippewellen bei Kindern mit neurologischen Symptomen eine Influenza auch in Betracht gezogen werden, wenn kaum oder gar keine Grippezeichen vorliegen.

Außer früher Diagnose und antiviraler Therapie ist vor allem die Impfung bedeutsam. In der australischen Studie waren nur 15 Prozent der chronisch kranken Kinder gegen Grippe geimpft. In Deutschland wird solchen Kindern generell die jährliche Impfung empfohlen.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urlaubsmitbringsel

Reisedermatosen: Wie vorgehen bei den drei häufigsten Tropenparasiten?

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ein Wegweiser zum nächsten WC plus ein Symbol für eine rennende Person.

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö