Direkt zum Inhaltsbereich

Reisemedizin

Leptospirose ist nicht nur eine Tropenkrankheit

Bei Leptospirose sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen. Ohne entsprechende Behandlung verlaufen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Leptospiren sind schraubenförmige Bakterien, die in über 200 Serovare eingeteilt werden können. Sie sind Verursacher der sogenannten Leptospirose, einer Erkrankung mit diversen klinischen Erscheinungsformen.

Während ein Großteil der Infektionen asymptomatisch verläuft, kann es ansonsten zu leichten, selbstlimitierenden Verläufen, aber auch zu schweren Verlaufsformen kommen.

Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen ist das erste Stadium gekennzeichnet durch grippeartige Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Im zweiten Stadium kann es schließlich zu Organmanifestationen kommen; bei Beteiligung der Leber und Niere und damit einhergehendem Ikterus spricht man von Morbus Weil.

Auch andere Organe wie das Hirn oder die Lunge können betroffen sein. Es sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, etwa mit Penicillin G oder Doxycyclin. Ohne entsprechende Behandlung verlaufen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich.

Tierisches Reservoir für Leptospiren sind vor allem Nagetiere, aber auch Haus- und Nutztiere wie Hunde, Schweine oder Rinder. Diese scheiden die Bakterien über den Urin aus, in wässrigem Milieu sind die Erreger für längere Zeit überlebensfähig.

Die Übertragung auf den Menschen geschieht über Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute, aber auch über die Bindehaut der Augen.

Leptospirose tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen auf, besonders nach starken Niederschlägen in der Regenzeit. Zu den Risikogebieten zählen unter anderem die Karibik, Brasilien, China, Indien und Malaysia.

Reisemedizinisch beratende Ärzte sollten Abenteuerreisende, Expeditionsteilnehmer und andere Urlauber mit erhöhter Expositionsgefahr auf die Erkrankung hinweisen. Es ist ratsam, den Kontakt zu möglichen Überträgertieren sowie Süßwasser zu meiden.

Aber auch in den gemäßigten Breiten kommt die Erkrankung vor, hauptsächlich im Sommer und Herbst. Vorwiegend sind bestimmte Berufsgruppen wie Bauern, Kanalarbeiter, Metzger oder Veterinäre betroffen. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland insgesamt 81 Erkrankungen gemeldet.

Als gegen Ende des letzten Jahres absehbar war, dass die Zahlen für 2014 deutlich höher liegen würden, veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Mitteilung, in der es auf die Bedeutung der Leptospirose auch innerhalb Deutschlands hinweist.

Weitere Informationen zur Reisemedizin gibt es im Internet beim Centrum für Reisemedizin auf: www.crm.de

Mehr zum Thema

Frauen im Nachteil

Körperliche Untersuchung wird bei LUTS oft vernachlässigt

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben