Vergabe von Studienplätzen
Medizinstudium in Baden-Württemberg via Landarztquote: Fast alle sind Landeskinder
Das diesjährige Auswahlverfahren für die 75 via Landarztquote zu vergebenen Medizinstudienplätze ist abgeschlossen. 43 Prozent der erfolgreichen Bewerber waren zuvor in einem Gesundheitsberuf tätig.
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Die 75 erfolgreichen Bewerber auf einen Medizinstudienplatz via Landarztquote müssen nach Abschluss von Studium und Weiterbildung in Baden-Württemberg zehn Jahre in einem (drohend) unterversorgten Planungsbereich arbeiten.
© Holger Hollemann/dpa/picture alliance
Stuttgart. 75 Studierende werden im Herbst mit dem Medizinstudium an einer der fünf baden-württembergischen Medizinfakultäten in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm beginnen. Sie haben den Studienplatz nach einem zweistufigen Auswahlverfahren für die Landarztquote erhalten.
Ursprünglich hatten sich in dieser vierten Runde des Auswahlverfahrens der Landarztquote 390 Personen beworben, von denen 160 schließlich zu persönlichen Auswahlgesprächen eingeladen wurden, berichten am Freitag das Sozialministerium und das Regierungspräsidium Stuttgart, das für die Umsetzung der Landarztquote verantwortlich zeichnet. Im Jahr zuvor hatte es 423 Bewerber gegeben.
Die jüngste erfolgreiche Bewerberin sei 19 Jahre alt, die älteste 38 Jahre. 43 Prozent der 75 künftigen Medizinstudenten hat bereits eine Ausbildung in einem gesundheitsnahen Beruf abgeschlossen. Im Jahr zuvor galt dies noch für nur etwas mehr als ein Drittel der erfolgreichen Bewerber. Die meisten seien zuvor in der Pflege oder als Notfallsanitäter tätig gewesen.
Vier von fünf erfolgreichen Bewerbern haben den Studieneignungstest absolviert
Zugenommen hat unter den 75 Bewerbern auch der Anteil derer, die den Studieneignungstest TMS absolviert haben. Dies gilt für fast 80 Prozent der künftigen Landärzte – 2023 lag diese Quote noch bei 63 Prozent. 69 der 75 künftigen Inhaber eines Medizinstudienplatzes stammen aus Baden-Württemberg, sechs aus anderen Bundesländern.
Er bedanke sich für die „Einsatzbereitschaft, ihren zukünftigen beruflichen Werdegang im ländlichen Raum auszuüben“, sagte der baden-württembergische Sozial- und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) in Richtung der erfolgreichen Bewerber. Sie müssen sich verpflichten, nach Studienabschluss und Facharztweiterbildung zehn Jahre Hausarzt in einem unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebiet zu arbeiten. Tun sie dies nicht, droht eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro. (fst)