Anlage-Kolumne

Jetzt ist vor allem Durchhaltevermögen gefragt

Derzeit ist bei Anlegern angesichts der Krisen vor allem Durchhaltevermögen gefragt, um die hohen Kursschwankungen auszuhalten.

Von Dr. Hanno Kühn Veröffentlicht:

Der Krieg in der Ukraine sorgt weltweit für Angst und Schrecken. Neben den immensen politischen und katastrophalen humanitären Folgen der russischen Aggression geraten auch Wirtschaft und Kapitalmärkte zunehmend in den Abwärtssog. So führen die Sanktionen des Westens zu einem beschleunigten Zusammenbruch der russischen Ökonomie und belasten gleichzeitig die Sanktionsgeberländer.

Allem voran gilt das für die Energiepreise: Durch die stärkere Nachfrage infolge des weltwirtschaftlichen Aufschwungs waren diese bereits vor Ausbruch des Krieges kräftig gestiegen. Die Abhängigkeit vieler westlicher Länder vom russischen Erdgas und -öl haben diesen Prozess nun noch einmal deutlich beschleunigt. Die Verteuerung von Benzin und Heizkosten ist dann auch einer der wesentlichen Treiber der Inflation in Deutschland und Europa, was die EZB bezüglich ihrer geldpolitischen Ausrichtung in arge Bedrängnis bringt.

Auswirkungen auf den Kapitalmarkt

Was bedeutet das für Anleger am Kapitalmarkt? Zunächst einmal einen starken Kursverfall der global wichtigsten Aktienindizes, der ungute Erinnerungen an die Zeit des Pandemiebeginns im Frühjahr 2020 weckt. Damit verbunden aber auch die berechtigte Hoffnung auf eine deutliche Erholung, sobald sich die Lage in der Ukraine zumindest etwas stabilisiert. Denn das größte Gift für die Finanzmärkte ist generell die Unsicherheit, ob ein Konflikt weiter eskaliert.

Sicher hingegen ist, dass die aktuellen Kurseinbrüche die Bewertung vieler ökonomisch gesunder Unternehmen an den Kapitalmärkten über die Maßen nach unten gedrückt haben. Wer in einer solchen Situation aus Panik heraus verkauft, verliert gleich doppelt: Er realisiert die Kursverluste und steht bei der anschließenden Erholung nur noch als Zuschauer an der Seitenlinie.

Insofern ist derzeit vor allem Durchhaltevermögen gefragt, um die hohen Kursschwankungen auszuhalten. Mutige nutzen die Chance, Aktien profitabler, renditestarker Unternehmen schrittweise nachzukaufen. Interessant sind dabei vor allen konjunkturresistente Titel, zum Beispiel aus der Gesundheitswirtschaft.

Dr. Hanno Kühn ist Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Jetzt abonnieren
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Bald nicht nur im Test oder in Showpraxen: Auf einem Bildschirm in der E-Health-Showpraxis der KV Berlin ist eine ePA dargestellt (Archivbild). Nun soll sie bald überall zu sehen sein auf den Bildschirmen in Praxen in ganz Deutschland.

© Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Leitartikel

Bundesweiter ePA-Roll-out: Reif für die E-Patientenakte für alle

Figuren betrachten eine Blatt mit einer Linie, die zu einem Ziel führt.

© Nuthawut / stock.adobe.com

Tipps für die Praxis

So entwickeln Sie Ihre Arztpraxis strategisch weiter

Betritt unbekanntes Terrain: CDU-Politikerin und designierte Bundesministerin für Gesundheit Nina Warken.

© Bernd Weißbrod/dpa

Update

Überraschende Personalie

Eine Juristin wird Gesundheitsministerin: Das ist Nina Warken