Direkt zum Inhaltsbereich

Wie alt ein Herz schon ist, klärt ein neuer Test

Menschen ihr persönliches Herz-Kreislaufrisiko verständlich zu vermitteln, ist Ziel des neuen Herzalter-Tests. Die Ergebnisse sollen zu gesunder Lebensweise motivieren.

Veröffentlicht:
Mit dem Test lässt sich ein Herz-Gesundheitsplan aufstellen.

Mit dem Test lässt sich ein Herz-Gesundheitsplan aufstellen.

© Foto: verinizefotolia.de

LONDON (mop). Trotz jahrzehntelanger Aufklärung gehen Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten nur langsam zurück. Als eine Ursache dafür gilt, dass Risiken bisher zu wenig anschaulich vermittelt werden. Das Herzalter-Konzept soll dies entscheidend verbessern.

Anschauung ist von grundlegender Bedeutung für die Motivation zu Verhaltensänderungen, wie Professor Rod Jackson von der Universität Auckland bei einer Pressekonferenz von Unilever in London betonte. So sei die Information "Ihr Risiko, in den nächsten zehn Jahren eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln, beträgt zehn Prozent", für den Patienten zu abstrakt, so Jackson. Zudem könne ein niedriges absolutes Risiko in falscher Sicherheit wiegen, wenn eine Person etwa jung ist, aber bereits mehrere kardiovaskuläre Risikofaktoren aufweist, da diese unbehandelt das Risiko mit steigendem Alter verschlechterten. Mit dem Konzept des Herzalters dagegen lasse sich das kardiovaskuläre Risiko greifbar machen - eine Voraussetzung dafür, Patienten zu Verhaltensänderungen zu motivieren, ist Jackson überzeugt. Unilever hat das Konzept daher in den Mittelpunkt seiner neuen Herzgesundheitskampagne gestellt.

Das Herzalter-Konzept basiert auf dem Framingham-Score, mit dem sich das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung in den nächsten zehn Jahren ermitteln lässt. Aus dem Score hat das Unternehmen den Herzalter-Test entwickelt. In den Online-Test gehen ein: Alter, Geschlecht, Blutdruck, Gesamt- und HDL-Cholesterin, Raucher- und Diabetikerstatus. Das daraus errechnete kardiovaskuläre Risiko wird ausgedrückt als Herzalter, das auf einem Vergleich mit einer Person gleichen Alters mit Risikofaktoren im Normbereich basiert.

Nach Studiendaten sind Programme, die leicht verständliche Risikoinformationen mit Motivations- und Lernbausteinen kombinieren, besonders erfolgreich. Unilever hat dem Herzalter-Test daher einen Herz-Gesundheitsplan beigefügt. Dazu muss ein kurzer Fragebogen über die Ernährungs- und Lebensstilgewohnheiten ausgefüllt werden. Mit diesen Angaben und den identifizierten Risikofaktoren wird ein 12-Wochen-Plan erstellt, der helfen soll, ein erhöhtes Herzalter zu senken.

Etwa zwei Millionen Menschen in 18 Ländern haben den Test in einer Pilotphase bereits absolviert. Das hat Unilever veranlasst, sich ein messbares Ziel zu setzen, so Geschäftsführer Paul Polman. Und zwar sollen 100 Millionen Menschen mit erhöhtem Herzalter dazu motiviert werden, den Test zu machen und Ernährung und Lebensstil zu ändern, um ihr Herzalter bis 2020 um durchschnittlich drei Jahre zu senken. Die Ergebnisse sollen regelmäßig publiziert werden.

Der Test im Internet: www.herzalter.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Europäische Gesellschaft für Diabetesforschung

Erste EU-weite Screening-Woche für kardiometabolische Risiken

Bei hohem kardiovaskulärem Risiko

Wie sollte nach PCI auf lange Sicht antithrombotisch behandelt werden?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Robert Koch-Institut

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Lesetipps