"Science"

Gen-Schere ist Durchbruch 2015

Veröffentlicht:

WASHINGTON. Das Fachjournal "Science" hat die zehn wichtigsten wissenschaftlichen Durchbrüche des Jahres 2015 gekürt. Den ersten Platz erhielt die Crispr-Technik. Mit Crispr können Forscher Gene ausschalten, defekte durch korrekte DNA-Teile ersetzen oder neue Gensequenzen einfügen.

Das einfache und preisgünstige Verfahren ist drei Jahre alt und war laut "Science" bereits zwei Mal in Verbindung mit anderen Gen-Techniken auf der Liste.

In diesem Jahr hätten nun gleich drei Studien das Potenzial von Crispr verdeutlicht, begründeten die Herausgeber den ersten Platz: Darunter ist der Ansatz, Insekten so zu verändern, dass sie keine Krankheiten mehr übertragen können.

Kritik ernteten hingegen chinesische Forscher, die mit Crispr einen Embryo gentechnisch verändert hatten.Zu den weitere Durchbrüchen des Jahres gehören unter anderem der "Doppelcheck psychologische Studien".

Weil sich seit 2011 zahlreiche psychologische Studien als fehlerhaft und nicht reproduzierbar erwiesen haben, überprüften 270 Psychologen 100 Studien. Nur 39 Prozent bestehen den Doppelcheck.

Künftig soll nun ein neuer, verbindlicher Kanon zum Studienablauf solche Schwächen verhindern.Zu den wissenschaftlichen Errungenschaften zählt auch ein Impfstoff gegen Ebola, der zumindest in einer ersten Studie in Guinea zu 75 bis 100 Prozent wirkt.

Forscher der Kanadischen Gesundheitsbehörde haben rVSV-ZEBOV aus einem ungefährlichen Virus entwickelt, in das sie Ebola-Gene für Oberflächenproteine gesetzt hatten

Ausgezeichnet wurde auch die Entdeckung Schmerzmittel-produzierender Hefen: Forscher haben Hefe-Stämme biotechnisch verändert, so dass sie aus Zucker Opioid-haltige Schmerzmittel produzieren können. 21 zusätzliche Gene, unter anderem von der Mohnblume, bringen die Hefe dazu, den Wirkstoff Thebain zu erzeugen.

Die Produktion muss allerdings noch effizienter werden.Ein weiterer Durchbruch: Im Sommer entdecken Forscher durch Zufall, dass das Lymphsystem auch das Gehirn umfasst.

Bei Versuchen mit Mäusen finden sie in deren Gehirnen ungewöhnliche T-Helferzellen sowie Gefäße, die sich als Verlängerung des Lymphsystems erweisen. Auch für den Menschen bestätigt sich dieser Fund. Zuvor ging man davon aus, dass das Gehirn eine eigene Immunabwehr besitzt. (dpa)

Mehr zum Thema

Rückblick auf 2024/2025

Studie: Corona-Impfung zu 40 Prozent wirksam gegen Hospitalisierung

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Dr. Kaske GmbH & Co. KG

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Von der Grundlagenforschung zu wegweisenden Therapien

© Alnylam

Pionier der RNAi-Technologie

Von der Grundlagenforschung zu wegweisenden Therapien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hypertonie

Smartwatch und Co.: Wie weit ist die manschettenlose Blutdruckmessung?

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Lesetipps
Älterer Mann fasst sich an die linke Brust, Herzschmerzen

© iammotos / stock.adobe.com

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Vernetzte Menschen

© SMART.art / stock.adobe.com

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht