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In geringen Mengen

Kohlenmonoxid könnte bei Schlaganfall helfen

Eigentlich ist Kohlenmonoxid als Gift bekannt, das Hirnschäden verursacht. Bei Schlaganfallpatienten könnte Kohlenmonoxid aber - in geringen Mengen inhaliert - eine genau gegenteilige Wirkung entfalten. Darauf jedenfalls deuten Studienergebnisse aus Freiburg hin.

Veröffentlicht:

FREIBURG. Geringe Mengen Kohlenmonoxid können das Gehirn schützen, Hirnschäden mindern und die Hirnfunktion nach hämorrhagischer Apoplexie verbessern, teilt die Uniklinik Freiburg mit. Das habe eine aktuelle Studie ergeben (J Clin Invest 2015, online 26. Mai).

Kohlenmonoxid sei ja als giftiges Gas bekannt, das Hirnschäden, Verwirrtheit und Gedächtnisverlust verursachen kann. Nach der Studie sei aber unter bestimmten Bedingungen das Gegenteil der Fall: In geringen Dosierungen kann Kohlenmonoxid das Gehirn vor Schäden nach hämorrhagischer Apoplexie schützen.

Kohlenmonoxid beschleunigt Abbau von Häm

Kohlenmonoxid beschleunigt den Abbau von Häm, das sich während des Schlaganfalls anreichern und Entzündungen auslösen kann. Die Forscher um Dr. Nils Schallner vom Universitätsklinikums Freiburg und Kollegen vom Beth Israel Deaconess Medical Center sowie der Harvard Medical School in Boston, USA, prüften, ob das Inhalieren geringer Mengen an Kohlenmonoxid das Gehirn bei der Entsorgung des aus einem Hirngefäß ausgetretenen Blutes unterstützen kann.

Dafür verglichen sie, wie sich zwei Gruppen von Mäusen nach einer Hirnblutung erholten: eine Gruppe wurde eine Woche in normaler Atemluft gehalten, die andere Gruppe erhielt eine Woche lang täglich für eine Stunde zusätzlich eine geringe Menge Kohlenmonoxid. "Die Tiere, die Kohlenmonoxid eingeatmet hatten, schnitten bei Tests zum räumlichen Erinnerungsvermögen deutlich besser ab", wird Schallner zitiert.

Die Schädigung des Hirngewebes und die kognitiven Einschränkungen wurden durch die Kohlenmonoxid-Gabe verringert.Für einen Großteil der Schäden nach einer Hirnblutung sei Häm verantwortlich, erinnert die Uniklinik in ihrer Mitteilung.

Grundlage für klinische Studien

Die Forscher hatten zuvor in ihrer Studie in Zellen und im Tiermodell gezeigt, dass Mikroglia-Zellen das Häm durch das Enzym Häm-Oxygenase 1 (HO-1) entgiften.

Bei diesem Abbau wird Kohlenmonoxid freigesetzt. Das Gas ist aber nicht nur ein Nebenprodukt des Abbaus, sondern wirkt sich selbst positiv auf den Häm-Abbau aus. Tiere, die kein HO-1 und entsprechend auch kein Kohlenmonoxid bildeten, profitierten ebenfalls von der Kohlenmonoxid-Gabe.

"Eine Kohlenmonoxid-Gabe "von außen" kann einen Mangel an körpereigener Kohlenmonoxid-Produktion ausgleichen", erklärt Schallner. Die Ergebnisse könnten künftig als Grundlage für klinische Studien mit Patienten mit hämorrhagischer Apoplexie dienen. (eb)

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