Honorarminus 2013
KBV fordert Spar-Stopp
Streit ums Geld. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fürchtet, die Krankenkassen wollten den Ärzten den Geldhahn weiter zudrehen - und geht auf die Barrikaden.
Veröffentlicht:BERLIN (af). Es scheint Pläne der Kassen zu geben, im nächsten Jahr deutlich weniger Geld für die ambulante Versorgung der Versicherten ausgeben zu wollen.
Zu den aktuellen Verhandlungen erklärte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler: "Ein rigider Sparkurs ist nicht nur verantwortungslos gegenüber den Patienten, sondern steht auch im Widerspruch zum Gesetz."
Der Gesetzgeber fordere, dass sich die Vergütung der Vertragsärzte - und psychotherapeuten ab 2013 der Entwicklung der Morbidität anpassen müsse, sagte Köhler.
In Deutschland litten immer mehr Menschen an langwierigeren Krankheiten wie Diabetes und Demenz, die immer teurere Behandlungen erforderten.
Gutachten am Donnerstag
Die KBV fordert ein Plus von 3,5 Milliarden Euro für das Jahr 2013. Damit sollen gestiegene Betriebskosten und auch die Inflation seit 2008 ausgeglichen werden, sagte Köhler am Mittwoch.
Sparforderungen der Kassen seien ein verheerendes Signal an junge Ärzte, sich auf dem Land niederzulassen, so Köhler.
Hintergrund der Äußerungen Köhlers ist ein Gutachten, das das Forschungsinstitut Prognos AG im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hat.
Darin untersuchen die Wissenschaftler, wie sich das Verhältnis von Aufwand und Vergütung für die Versorgung der gesetzlich Versicherten in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
Gegenstand ist damit auch die Preiskomponente in der vertragsärztlichen Versorgung, der Orientierungswert. Der GKV-Spitzenverband will das Gutachten morgen, Donnerstag, vorstellen.