Weltgesundheitstag
Petition: Hebammen fordern 1:1-Betreuungsgarantie für Gebärende
Der Deutsche Hebammenverband stellt sich hinter die WHO-Forderung nach einem besseren Schutz von Müttern und Neugeborenen. Hebammen arbeiteten am Limit, wenn sie mehrere Frauen gleichzeitig betreuen.
Veröffentlicht:
Mütter und deren Neugeborene könnten gesundheitlich wesentlich profitieren, hätten ihre Hebammen je nur eine Frau zu begleiten, mahnt der Deutsche Hebammenverband. Die Versorgungsrealität in Deutschland sieht nach Verbandsangaben indes ganz anders aus.
© Annette Riedl /dpa / picture alliance
Berlin/Genf. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 7. April begangene Weltgesundheitstag steht dieses Jahr unter dem Motto „Healthy beginnings, hopeful futures“ („Gesunde Anfänge, hoffnungsvolle Zukunft“) und bildet den Auftakt zu einer einjährigen Kampagne zur Förderung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen. In der EU-weiten Kampagne zum Weltgesundheitstag werden fünf zentrale Ziele genannt.
Porträt zum Boys Day
Ein Mann als Hebamme: Kein Beruf nur für Frauen!
Dazu sagt Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands (DHV), am Freitag in einer Verbandsmitteilung:„Die WHO hat sich einen besseren Schutz von Müttern und Neugeborenen auf die Fahnen geschrieben – Ziele, für die auch wir uns stark machen. Denn auf den Anfang kommt es an! Wie wir auf die Welt kommen, prägt Mutter und Kind ein Leben lang.“
Jede dritte Frau erlebt traumatische Geburt
Zwei wichtige Ziele der WHO – „Vorrang für die psychische Gesundheit von Schwangeren und frischgebackenen Müttern“ und „Unterstützung und Schutz von Hebammen und Geburtshelferinnen“ greife der DHV mit seiner aktuellen Petition „Frauen zahlen den Preis“ auf.
Geburtskliniken
Immer weniger Kreißsäle in NRW – Hebammen alarmiert
Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Erste Hebammen haben Bachelor-Abschluss in Brandenburg erworben
Darin forder der Verband eine 1:1-Betreuungsgarantie für Gebärende, da diese nachweislich die Interventionsrate senke und das Outcome für Mutter und Kind verbessere. Aktuell erlebe jede dritte Frau eine traumatische Geburt. Und auch Hebammen arbeiteten am Limit, wenn sie mehrere Frauen gleichzeitig betreuen müssen.
Rund 60.000 Menschen haben die Petition laut DHV bereits unterzeichnet, bis zum 7. Mai, laufe sie noch. Dann will der DHV die Unterschriften öffentlichkeitswirksam an den neuen Bundestag und die Regierung übergeben. „Denn bislang wird die gute Geburtshilfe in den Koalitionsverhandlungen lediglich als Randnotiz geführt. Dabei ist der Reformbedarf in der Geburtshilfe riesig!“, so Geppert-Orthofer. (eb)