Pandemiefolgen

Brandenburger Landtag will Long-COVID- und Post-Vac-Betroffene unterstützen

Brandenburg soll die Netzwerkstrukturen für die Diagnostik und Behandlung von Betroffenen, die im Land unter Long-COVID oder Post Vac-Syndrom leiden, fortsetzen, so der Landtag in Potsdam.

Veröffentlicht:
Verordnung

Patienten mit der Diagnose Long COVID sollen in Brandenburg nach dem Willen des Landtages besser versorgt werden.

Potsdam. Brandenburgs Landtag hat mit den Stimmen von SPD und BSW und bei Enthaltung von CDU und AfD die Landesregierung aufgefordert, die Etablierung von Netzwerkstrukturen für die Diagnostik und Behandlung von Betroffenen, die im Land Brandenburg unter Long-COVID oder Post Vac-Syndrom leiden, fortzusetzen. Zudem sollten Informationsangebote für Menschen, die von Impfschäden durch einen COVID-19-Impfstoff betroffen sind, erweitert werden und die weitere Unterstützung von Forschungsprojekten zu dieser Thematik geprüft werden.

Das ist das Ergebnis einer Parlamentsdebatte, die ursprünglich durch zwei deutlich weitergehende Anträge von CDU und AfD ausgelöst worden war. „Die Coronaimpfung hat Menschenleben gerettet, dafür gebührt den Forschern unser Dank“, sagte die SPD-Abgeordnete Nadine Graßmel.

Doch Folgeschäden der Impfung seien bis heute nicht behandelbar. Betroffene wünschten sich deswegen Anlaufstellen und Ärzte. „Wir nehmen die, die davon gekennzeichnet sind, ernst, wir hören diese Menschen, wir sehen diese Menschen, wir lassen sie nicht allein.“

Lesen sie auch

In Brandenburg gebe es viele auf Long-COVID spezialisierte Reha-Kliniken. PostVac-Betroffene könnten davon profitieren. „Wir wollen, dass zwischen Post Vac und Long COVID kein Unterschied gemacht wird“, sagte Graßmel. „Wir bauen die Infrastrukturen aus.“

Ähnlich äußerte sich die BSW-Gesundheitspolitikerin Jouleen Gruhn. Sie verwies mehrfach auf das von Reha-Kliniken gebildete Direna-Netzwerk, wo Betroffene Hilfe fänden. „Nicht nur die Infektion mit dem Virus kann langfristige Schäden hinterlassen, sondern auch die Impfung“, sagte Gruhn. „Das bestreitet niemand hier.“

Weitergehenden CDU-Antrag abgelehnt

Die CDU hatte in ihrem von der Potsdamer Abgeordneten Saskia Ludwig eingebrachten Antrag den Aufbau einer Spezialambulanz für Betroffene, ein landesweites Netzwerk zu deren Unterstützung sowie Angebote gefordert, die Forschung und Versorgung miteinander verbinden und den aktuellen Stand der Forschung abbilden.

„Das ist ein überfälliger Akt der Gerechtigkeit für die Betroffenen“, sagte Ludwig, die bei der Bundestagswahl in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, und nun aus dem Landtag ausscheidet. „Die Regierung schweigt bis heute zu ihnen.“ Betroffene erlebten einen „Spießrutenlauf durch ein Labyrinth aus Bürokratie und Ablehnung.“ Sie würden von Arzt zu Arzt geschickt. „Die Menschen stehen vor dem Ruin, während sie gleichzeitig um ihre Gesundheit bangen.“

Lesen sie auch

Doch der Antrag der CDU wurde von der Koalitionsmehrheit ebenso abgelehnt, wie jener der AfD, die unter anderem auch ein aus dem Verkehr ziehen der Corona-Impfstoffe, ein Verbot ihrer Bewerbung und eine öffentliche Entschuldigung „für den massiven politischen und moralischen Druck zur Impfung“ gefordert hatte.

Deren Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen erklärte, Menschen, „die damals die Impfung ablehnten, wurden mit Hass und Hetze überhäuft, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und wie Menschen zweiter Klasse behandelt.“ Wer „folgsam war“ und sich impfen ließ, habe oft „einen hohen Preis bezahlt.“ „Die Furcht vor den genbasierten neuartigen Impfstoffen ist medizinisch berechtigt“, sagte Oeynhausen. „Wir sind in der Pflicht, diesen Menschen zu helfen, ihnen zuzuhören, und sie anzuerkennen.“ (lass)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Internationaler Vitamin-C-Kongress im Juni

© Spinger Medizin Verlag

Vitamin C als hochdosierte Infusionstherapie

Internationaler Vitamin-C-Kongress im Juni

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Multiresistente gramnegative Erreger

Die Resistenzlage bei Antibiotika ist kritisch

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Shionogi GmbH, Berlin
In Deutschland leben derzeit etwa 96.700 Menschen mit einer HIV-Infektion.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Unternehmen im Fokus

Wie können wir die HIV-Epidemie beenden?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried b. München
Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag.

© Roche Diagnostics

Hepatitis-Screening: noch zu wenig bekannt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tag der Seltenen Erkrankungen

Zystinurie: Was wirklich wirkt

Lesetipps
Grafik mit medizinischen Icons

© WrightStudio / stock.adobe.com

Typ-2-Diabetes

Online-Kalkulator für optimale Diabetestherapie vorgestellt

Karl Lauterbach

© Henning Kaiser/ dpa / picture alliance

Nach der Wahl

Lauterbach hat weiter „Lust und Kraft“ für sein Amt