Europaweite Studie zur Therapie von Keimzelltumoren

Kliniken aus 14 europäischen Ländern beteiligen sich an einer Studie, die von der Deutschen Kinderkrebsstiftung mit 772.450 Euro gefördert wird.

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BONN/MÜNSTER (eb). Eine europaweite Studie zur Therapie intrakranieller Keimzelltumoren ist in Münster gestartet worden. Die seltene Krebsform tritt vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

In Deutschland erkranken daran jährlich etwa 40 Personen bis zum Alter von 18 Jahren. An der Studie, die von der Deutschen Kinderkrebsstiftung mit 772.450 Euro gefördert wird, beteiligen sich Kliniken aus 14 europäischen Ländern - allein in Deutschland 43 Zentren für Kinderkrebsheilkunde. Das Studienzentrum liegt am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Studie basiert auf Vorgängern

Intrakranielle Keimzelltumoren seien meist zwar extrem bösartig, so Dr. Gabriele Calaminus, Studienleiterin und Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin am UKM, sie ließen sich aber im Prinzip mit Chemotherapie und Bestrahlung erfolgreich therapieren.

Das Studienprotokoll ist eine detaillierte Anweisung für die gesamte Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung von der Diagnostik bis zur genauen Chemo- und Strahlentherapie.

Ende der 1990er Jahre wurde die erste Therapiestudie zu dieser Erkrankung europaweit durchgeführt. Das jetzt geöffnete Protokoll basiert auf den Behandlungsergebnissen von etwa 600 Kindern und Jugendlichen, die bis Ende 2010 in die Vorläuferstudie eingeschlossen worden sind.

Höhere Qualität ist das Ziel

Ausgehend von diesen Erfahrungen wurde das neue Protokoll in internationaler Abstimmung erarbeitet und ermöglicht eine noch besser risikoadaptierte Behandlung.

"Das neue Protokoll hat eine deutlich höhere Behandlungs- und Datenqualität, auch weil es nach der damals noch nicht bestehenden EU-Direktive konzipiert worden ist", so Calaminus.

Die Ärzte aller an der Studie beteiligten Kliniken verpflichteten sich europaweit zur Einhaltung des Protokolls. Daraus ergebe sich eine hohe Sicherheit für die Patienten, betonte die Studienleiterin.

Die Studie startet zunächst in Deutschland, unmittelbar darauf folgt Spanien. Calaminus hofft, dass bis zum Frühjahr alle 14 teilnehmenden Länder das Protokoll geöffnet haben. In Deutschland erkranken jährlich rund 2000 Kinder und Jugendliche neu an Krebs - rund 400 davon an Hirntumoren.

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