Leitartikel
Japan setzt wieder auf die Atom-Karte
Umrahmt von den beiden Gedenktagen an die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki wird Japan derzeit an seine dritte atomare Katastrophe erinnert. Fukushima-Daiichi leckt, kontaminiertes Wasser fließt ins Meer. Derweil soll die japanische Atomindustrie wieder an Fahrt gewinnen - als Exportschlager.
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Gegen Nuklear-Kasino: Ende Juni demonstrieren Aktivisten von Greenpeace in Tokio im Rahmen der Hauptversammlung von Tepco, dem Betreiber der Atomruine in Fukushima-Daiichi, gegen Atomkraft und für die volle Haftung des Unternehmens für die Folgen der Katastrophe vom 11. März 2011 im Nordosten Japans.
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Gerade diese Woche richten sich wieder die Augen der Welt auf Japan: In Hiroshima (6. August) und Nagasaki (9. August) gedenken die Bürger ihrer Erblast - der ersten, je in Kriegen verwendeten Atombomben.
Noch im Laufe des Jahres 1945 forderten "Little Boy" und "Fat Man" mehr als 300.000 Menschenleben, die unmittelbare Opfer der hohen Strahlung wurden.
Auch gegenwärtig sterben weiter Opfer und ihre Nachkommen an den Spätfolgen der Atombombenabwürfe. Innerhalb Japans sind Bewohner aus den beiden Städten noch immer gesellschaftlich stigmatisiert - zum Beispiel, wenn es um die Wahl des Heiratspartners und die Frage einer gesunden Nachkommenschaft geht.
Letzteres Phänomen trifft nun seit knapp zweieinhalb Jahren auch auf die Bewohner der Präfektur Fukushima zu - allen regierungsoffiziellen Verlautbarungen und Bemühungen zur Vermeidung dieser Diskriminierung zum Trotz ...