Düsseldorf

Arztmobil für Wohnungslose sucht Mithelfer

Seit Dezember bietet ein Arztmobil in der Düsseldorfer Altstadt Wohnungslosen medizinische Hilfe an.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Im Arztmobil des Vereins "Medizinische Hilfe für Wohnungslose", das vor der Diakonie-Tagesstätte "Shelter" in der Düsseldorfer Altstadt hält, erhalten Obdachlose gezielt und möglichst frühzeitig medizinische Versorgung. Das ist wichtig, denn bleiben Krankheiten unbehandelt, können sie chronisch werden", sagt Allgemeinmedizinerin Jutta Austermann. Sie betreut die Wohnungslosen im Arztmobil.

Die Erkrankungen seien dieselben wie bei Menschen mit festem Wohnsitz. "Wir sehen aber mehr extreme Befunde." Vor allem im Winter sei eine ärztliche Betreuung auch eine vorbeugende Maßnahme, da Menschen dann besonders anfällig für Krankheiten sind.

Wichtige Hilfe für Wohnungslose

Seit Dezember bietet das Arztmobil des Vereins "Medizinische Hilfe für Wohnungslose" ärztliche Versorgung für obdachlose Menschen in Düsseldorf. Wöchentlich macht das Fahrzeug vor der Diakonie-Tagesstätte Halt. Der Dienst leistet wichtige Hilfe, sagt Clarissa Schruck, Leiterin Fachberatung und Tagesstätten bei der Diakonie Düsseldorf. "Ein sicherer Platz zum Übernachten, etwas zu essen oder frische Kleidung: Es sind die einfachen Dinge, die Menschen ohne Wohnung im Alltag suchen", sagt sie. Für einen Arztbesuch bleibe wenig Raum.

Den Standort vor der Tagesstätte der Diakonie findet sie ideal. "Wir können die Menschen dort abholen, wo sie sind", sagt Austermann. Das sei wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Mittwochnachmittags steht das Arztmobil für zwei Stunden vor der Einrichtung. Pro Einsatz behandelt die Medizinerin fünf bis zehn Menschen.

Austermann, die den Dienst alleine stemmt, wünscht sich, dass mehr Kollegen mitmachen. "Wir freuen uns über jede Unterstützung", sagt sie. Der Einsatz ist ihr wichtig. "Die Arbeit ist reizvoll, weil sie existenziell ist", sagt die Ärztin. "Das ist keine Luxusmedizin, ich kann dort mehr als sonst erreichen mit den ärztlichen Grundsätzen von menschlicher Wertschätzung und Anerkennung."

Projekt ist auf drei Jahre angelegt

Die mobile medizinische Versorgung ist Teil des Projekts "gesund.zeit.raum", das die Diakonie Düsseldorf mit Unterstützung des Neusser Pharmaunternehmens Janssen und dem Johnson & Johnson Corporate Citizenship Trust im Juni 2016 startete. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll die gesundheitliche Versorgung von Wohnungslosen verbessern. Dazu gehören die medizinische Erstversorgung, Präventionsangebote, Angebote zur Stärkung der medizinischen Gesundheit und vorbeugende Hilfen in der Sozialberatung.

Ein finanzieller Nothilfe-Topf stellt sicher, dass Medikamente oder Hilfsmittel wie Brillen bezahlt werden können. "Das Projekt hat nicht nur die dringende medizinische Erstversorgung im Blick, sondern auch die psychische und emotionale Gesundheit", sagt Michael von Poncet, Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung von Janssen Deutschland. (age)

Jetzt abonnieren
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sportmedizin

Verletzungsregister für die Fußball-Bundesliga

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zwischenfälle in der Chirurgie

Gossypibom: Vergessene Operationsunterlage postoperativ entdeckt

Lesetipps
Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben

Bei der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie arbeiten Ärzte, Psychologen und Physio- und Ergotherapeuten zusammen nach einem gemeinsamen Konzept.

© Getty Images / iStockphoto

Ambulante Angebote fehlen

Konservativ-multimodale Schmerztherapie – wo stehen wir?

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung