Jahresbericht 2023

Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge

Etwa 40 Prozent der ambulanten Behandlungen gehen auf Cannabis-Konsum zurück, so die deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Erfreulich: Die Zahl der Präventionsangebote steigt.

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Junge zieht an Joint.

Für Jugendliche soll Kiffen weiterhin untersagt bleiben.

© Remo / stock.adobe.com

Berlin. Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Das zeigt der am Montag vorgestellte Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) - und warnt zugleich vor steigenden Gesundheitsgefahren: Etwa 40 Prozent der ambulanten und etwa 30 Prozent der stationären Behandlungen gingen auf den Konsum von Cannabis und Cannabinoiden zurück.

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„Die Ergebnisse zeigen, wir haben weiterhin sehr viel zu tun. Wichtig ist, dass wir die kontrollierte Abgabe von Cannabis jetzt ins Ziel bringen. Mit diesem Projekt erkennen wir in der Drogenpolitik endlich die Lebenswirklichkeit vieler Menschen an und sorgen ganz praktisch für mehr Gesundheitsschutz“, sagt der Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert. Er betont, dass für Jugendliche Kiffen und Co. weiterhin untersagt blieben.

Ziel: Schwarzmarkt eindämmen

„Und dennoch wird es gelingen, den Schwarzmarkt deutlich zurückzudrängen und die Gefahren des Konsums zu reduzieren, weil kein Erwachsener mehr gestrecktes oder hochpotentes Gras vom Dealer an der Ecke kaufen muss. Dieses Umdenken in der Sucht- und Drogenpolitik – weg vom Verbot, hin zu mehr Schutz und Hilfe – wird allein fast 4,5 Millionen Erwachsene in Deutschland helfen, die regelmäßig zu Cannabis greifen.

Ansonsten machen die Daten überdeutlich, dass wir die niedrigschwelligen Angebote der Suchthilfe in Deutschland weiter ausbauen müssen. Sie retten Leben und reduzieren den Schaden.“

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Entwicklungen in der Drogenpolitik

Der Bericht beschreibt neben der Verbreitung von Drogen auch die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Sucht- und Drogenpolitik: Auf Bundesebene wurden etwa die betäubungsmittelrechtliche Voraussetzung für Modellvorhaben zum Drug-Checking durch die Länder geschaffen. Wichtiges Element des Drug-Checking sei die Beratung, Aufklärung und gegebenenfalls die Warnung der Nutzerinnen und Nutzer vor (unerwartet) gefährlichen Substanzen, heißt es. Auch die Entwicklungen in der Suchtprävention, etwa in Schulen oder Betrieben, sind ein Thema. So nehme die Zahl angebotener Präventionsmaßnahmen nach den Pandemiejahren wieder zu.

Der Reitoxbericht erscheint jährlich und bildet die Grundlage der deutschen Datenbasis für den Europäischen Drogenbericht, der sich mit illegalen Drogen beschäftigt. (kaha)

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