KV-Chef John: Bei Delegation ein Beispiel an VERAH nehmen

Im Streit um die Neuorientierung der Pflege prallen Gegensätze aufeinander. Sachsens KV-Chef Dr. Burkhard John: "Es muss Veränderungen geben, aber vernünftige."

Veröffentlicht:

MAGDEBURG (zie). Die KV Sachsen-Anhalt (KVSA) setzt auf ein sinnvolles Miteinander zwischen Ärzten, medizinischen Fachangestellten und Pflegenden. Allerdings hält KV-Chef Dr. Burkhard John es für falsch, die Versorgung von Wund-, Schmerz- oder Diabetespatienten voll Pflegekräften zu übertragen.

Einzelne Krankheiten für die Delegation ärztlicher Tätigkeiten auszuwählen sei absurd und wirke sich negativ auf die Qualität aus. Vernünftig, und im Zuge der sich verändernden Patientenstruktur auch notwendig, seien Teamlösungen. "Werden derzeit in Hausarztpraxen noch zwischen 40 bis 45 Prozent alte und multimorbide Patienten behandelt, werden es künftig über 60 Prozent sein", sagte John.

Dies erfordere komplexe Lösungen. Klar definiert werden müsse, wer welche Aufgaben im Team übernimmt und wer das Team leitet. Das kann nach Meinung von John nur der Arzt sein, denn nur er habe den Gesamtüberblick. Gemeinsam von Pflege und Medizin initiierte Modellprojekte könnten zugleich vor Konfrontationen schützen. "Wir müssen neue Schnittstellen vermeiden und dürfen weitere Reibungs- und Informationsverluste nicht zulassen."

John verweist auf das VERAH-Projekt (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis), das die KVSA zusammen mit dem Hausärzteverband umsetzt und das in Sachsen-Anhalt sehr erfolgreich läuft. Die dort praktizierte gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und medizinischen Fachangestellten könne durchaus als Basis für solche Modelle dienen. Im Bundesland arbeiten heute 330 qualifizierte VERAHs bei 320 Ärzten in 263 Praxen.

Ihre Aufgaben seien klar festgelegt und setzten ein hohes Maß an Selbstständigkeit voraus. "Statt uns an positiven Beispielen zu orientieren, erleben wir bei der Diskussion um die Einbindung der Pflege gegenwärtig einen Kampf gegeneinander", sagte John.

Jeder versuche, seine Auffassungen durchzusetzen: "Was wir brauchen, sind Lösungen, mit denen beide Seiten leben können, die dem Aufbau sinnvoller Versorgungsstrukturen und dem Interesse der Patienten dienen." Aus dem Gegeneinander müsse ein Miteinander werden.

Jetzt abonnieren
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tipps für die Praxis

So entwickeln Sie Ihre Arztpraxis strategisch weiter

Lesetipps
Bald nicht nur im Test oder in Showpraxen: Auf einem Bildschirm in der E-Health-Showpraxis der KV Berlin ist eine ePA dargestellt (Archivbild). Nun soll sie bald überall zu sehen sein auf den Bildschirmen in Praxen in ganz Deutschland.

© Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Leitartikel

Bundesweiter ePA-Roll-out: Reif für die E-Patientenakte für alle

Husten und symbolische Amplitude, die die Lautstärke darstellt.

© Michaela Illian

S2k-Leitlinie

Husten – was tun, wenn er bleibt?

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung