Pflegekammer

Saarland wartet Erfahrungen der Nachbarn ab

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SAARBRÜCKEN. Für die rund 14 000 Pflegekräfte an der Saar wird es zumindest in nächster Zeit keine eigene Kammer geben. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des saarländischen Landtags, Hermann-Josef Scharf (CDU), sagte der "Ärzte Zeitung", man wolle zunächst die Erfahrungen mit der künftigen Landespflegekammer in Rheinland-Pfalz abwarten. Dort wird in Kürze das erste Kammer-Parlament gewählt.

"Die Tür ist aber nicht zugeschlagen", erklärte Scharf. Der Landtags-Gesundheitsausschuss werde das Thema im nächsten Jahr wieder aufgreifen. Nach Scharfs Ansicht könnte eine eigenständige Landespflegekammer durchaus Impulse setzen und zum Beispiel helfen, die Fort- und Weiterbildung zu verbessern.

Er verwies auf den gerade fertiggestellten ersten Landespflegebericht des saarländischen Pflegebeauftragten Bender, nach dem es gerade bei der Weiterbildung noch Verbesserungsbedarf gibt.

Ein Knackpunkt ist nach wie vor der Beitrag: Denn im Saarland zahlen alle Arbeitnehmer bereits einen Pflichtbeitrag zur Arbeitskammer. Bekämen die Pflegekräfte eine eigene Kammer, müssten sie zweimal zahlen. Daher ist fraglich, ob den Pflegekräften eine eigene Kammer die geschätzten 120 Euro pro Jahr wert ist.

Die saarländische Arbeitskammer hatte bereits im Sommer reagiert, ihr Engagement für das Thema Pflege ausgeweitet und unter anderem einen Pflegereferenten eingestellt. Der saarländische Landespflegerat drängt aber trotzdem auf eine eigene Kammer. Es sei nicht Aufgabe der Arbeitskammer, die berufspolitischen Interessen der professionell Pflegenden zu vertreten. (kin)

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