Training senkt Zahl der Stürze in Pflegeheimen um ein Fünftel
Projekt der AOK-Bayern zur Sturzprävention zeigt: Mit geringem Aufwand lassen sich viele Frakturen vermeiden.
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Statistisch gesehen stürzt jeder zweite Bewohner eines Pflegeheims einmal pro Jahr. Oft sind Hüftfrakturen die Folge.
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MÜNCHEN. Ein Projekt der AOK Bayern zur Sturz- und Frakturprävention in Pflegeheimen hat zu einer Verringerung der Hüftfrakturen um rund ein Fünftel geführt. Statistisch gesehen stürze jeder zweite Bewohner einer Pflegeeinrichtung einmal im Jahr, erläutert der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Helmut Platzer.
An dem Projekt zur Sturzprävention, das seit 2007 läuft, nehmen inzwischen 955 Pflegeheime teil, das sind etwa zwei Drittel aller Heime in Bayern, berichtet Platzer. Dabei bekommen die Heimbewohner zweimal pro Woche ein Kraft- und Balancetraining. Besonders sturzgefährdeten Bewohnern wird das Tragen eines Hüftprotektors empfohlen, berichtet Projektleiter Dr. Clemens Becker von der Klinik für Geriatrische Reha des Bosch-Krankenhauses in Stuttgart.
Darüber hinaus wird auch die Umgebung der Heimbewohner angepasst, etwa durch eine Verbesserung der Lichtverhältnisse oder der Anbringung von Haltegriffen. Zur Prävention gehöre auch die Überprüfung der Arzneiversorgung, da bestimmte Medikamente wie Schlafmittel mit einer erhöhten Sturgefahr einhergehen, erklärte Becker. Alle am Projekt beteiligten Heime sind verpflichtet, jeden Sturz zu dokumentieren. Dadurch werde das Personal angehalten, jeden Sturz zu reflektieren und gegebenenfalls daraus Konsequenzen zu ziehen.
Die direkten Kosten einer Hüftfraktur liegen im Schnitt bei 8200 Euro, erklärt der Gesundheitsökonom Professor Hans-Helmut König von der Universität Hamburg. Dem stehen Ausgaben des Projektes von etwa 6000 Euro entgegen, wie die Schulung von Trainern und Therapeuten, die das Kraft- und Balancetraining mit den Heimbewohnern absolvieren, Insgesamt erhöhe sich der Pflegesatz eines Heimes durch die Ausgaben für die Prävention jedoch nur marginal, betont König.