Zartbitter

Schokolade macht PAVK-Patienten Beine

PAVK-Patienten können weiter und länger gehen, wenn sie eine knappe halbe Tafel Schokolade verzehren.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Süße Sünde - gut für PAVK-Patienten?

Süße Sünde - gut für PAVK-Patienten?

© Tomislav Forgo / fotolia.com

ROM. In einer Studie italienischer Forscher hat Schokolade die Symptome bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) gebessert. Allerdings gelang das nur mit dunkler Schokolade (Journal of the American Heart Association 2014; 3: e001072).

Wie die Wissenschaftler in ihrer Publikation erläutern, ist Kakao reich an Polyphenolen, die oxidativen Stress reduzieren sowie die Stickstoffmonoxid-Produktion ankurbeln und dadurch die Gefäße erweitern.

Dunkle Schokolade wiederum ist reich an Kakao. Folglich sollte dunkle Schokolade die Gefäße erweitern und damit die Gehbeschwerden von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit verringern.

Genau dies war auch die Hypothese, an deren Überprüfung sich ein Forscherteam um Lorenzo Loffredo von der römischen Universität La Sapienza im Zuge einer Interventionsstudie gemacht hat.

An der Untersuchung beteiligten sich 20 Patienten, die an einer PAVK im Stadium IIb nach Fontaine litten. Die Gehstrecke, die sie beschwerdefrei zurücklegen konnten, betrug also insgesamt weniger als 200 Meter.

Im Zufallsverfahren erhielten die Probanden entweder knapp eine halbe Tafel (40 Gramm) dunkle Schokolade (Kakaogehalt >85 Prozent) oder die gleiche Menge an Milchschokolade (Kakaogehalt =35 Prozent) zugeteilt.

Vor und zwei Stunden nach dem Verzehr der Schokolade mussten die Versuchspersonen einen Test auf dem Laufband absolvieren, wobei unter anderem die maximale Gehstrecke und die maximale Gehzeit gemessen wurden.

Tatsächlich verlängerte sich bei Patienten, die vorher dunkle Schokolade gegessen hatten, die maximale Gehstrecke um 11 Prozent und die maximale Gehzeit um 15 Prozent. Die Konzentration von Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid im Serum stieg um 57 Prozent. Keine dieser Veränderungen war bei Probanden festzustellen, die Milchschokolade zu sich genommen hatten.

"Diese Studie liefert erste Hinweise darauf, dass der kurzfristige Verzehr von dunkler Schokolade die Gehfähigkeit von PAVK-Patienten signifikant verbessert", schreiben Loffredo und seine Kollegen.

Möglicherweise reduzieren die Polyphenole die NOX2-Aktivierung und den dadurch vermittelten oxidativen Stress. NOX2 ist eine katalytische Untereinheit der NADPH-Oxidase und kann nachweislich zur Vasokonstriktion beitragen, und zwar durch Transfer von Sauerstoffatomen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 01.08.201401:48 Uhr

der bittere Kakao ist es also,

nicht die süße und fette (Vollmilch)Schokolade :-)

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps