Ein Kreuz mit dem Kreuz

40 Millionen Fehltage wegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit: Statistisch gesehen war 2013 jeder zwölfte Beschäftigte in Deutschland wegen Kreuzweh krank geschrieben.

Veröffentlicht:
Rückenschmerz - das kennen viele Bundesbürger.

Rückenschmerz - das kennen viele Bundesbürger.

© Pixland / Thinkstock

BERLIN. Rückenbeschwerden haben im vergangenen Jahr bundesweit etwa 40 Millionen Fehltage verursacht. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervor.

Die hohen Fehlzeiten sind dabei vor allem auf die große Anzahl der Betroffenen und die oft sehr lange Erkrankungsdauer zurückzuführen.

Statistisch gesehen war 2013 jede zwölfte erwerbsfähige Person wegen Rückenbeschwerden krank geschrieben. Mit im Schnitt 17,5 Tagen liegt die Dauer der Krankschreibung fünf Tage über dem Gesamtdurchschnitt aller Erkrankungen.

"Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeutet das, dass jedes Jahr fünf Mitarbeiter zweieinhalb Wochen ausfallen und der Unternehmer drei Monatsgehälter auf das Konto ,Rücken‘ überweist", sagte der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, bei der Vorstellung des Gesundheitsreports in Berlin.

Schon viele junge Menschen haben Rückenschmerzen

Auffällig bei den Rückenerkrankungen: Es sind hier mit einem fünfprozentigen Anteil an den Krankschreibungen bereits viele junge Erwachsene betroffen, allerdings fehlen sie meistens nicht so lange am Arbeitsplatz, wie ältere Mitarbeiter.

Da das Durchschnittsalter in den Betrieben deutlich steige, plädiert die Techniker Krankenkasse für mehr betriebliches und individuelles Gesundheitsmanagement. "Hier sind Arbeitgeber, Krankenkassen und die Betroffenen gleichermaßen gefordert", so Vorstandschef Baas.

Bewährt hat sich nach Auffassung der TK das Modellprojekt "Zweitmeinung Rücken". Im Rahmen des Projekts können sich Versicherte vor einer eventuellen Rücken-Operation beraten lassen.

"In 80 Prozent der Fälle wurde den Patienten von der Operation als Behandlungsmethode abgeraten, so dass in vielen Fällen langwierige Krankenhausaufenthalte vermieden werden konnten", berichtete der Leiter des Versorgungsmanagementes bei der Techniker Krankenkasse, Klaus Rupp.

Zahl der AU-Tage wegen Kreuzweh stagniert

Besonders betroffen von Rückenleiden sind erwartungsgemäß Berufe, in denen schwer körperlich gearbeitet wird: Durchschnittlich 5,1 Fehltage pro Kopf verzeichnen Berufe in der Ver- und Entsorgungsbranche, 4,7 Tage sind es im Tiefbau und 4,1 Tage in der Altenpflege.

Aber auch Berufe, in denen sich die Mitarbeiter kaum bewegen (Berufskraftfahrer) oder hauptsächlich einseitige Bewegungen ausführen, verzeichnen viele AU-Tage wegen Rückenbeschwerden.

Insgesamt hat die Zahl der Fehltage wegen Rückenschmerzen in den vergangenen Jahren weder zu- noch abgenommen. Erstmals seit dem Beginn der TK-Gesundheitsberichterstattung im Jahr 2000 wurde auch keine Zunahme der Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen registriert.

Grundlage des Gesundheitsreports sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der Techniker Krankenkasse versicherten Erwerbspersonen. (chb)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Versicherungsfremde Leistungen in der Diskussion

vdek-Chefin Elsner: Schwarz-Rot muss Ausgaben im Blick behalten

Statistisches Bundesamt

Öffentliche Ausgaben erstmals über zwei Billionen Euro

Für Auswertung und Verlaufskontrolle

Vergütung für DiGA companion shoulder

Kommentare
Norbert Meyer 18.06.201414:09 Uhr

Rückenschmerzen als alter Hut


40 Mill. Tage Rückenkrank !!!!
Als Physiotherapeut kann ich nur krampfhaft lachen und das genau seit der EINHEIT!
Wenn jemand Mal ernsthaft sich wirklich der wahren Probleme annehmen würde, könnte dieses Problem erheblich gemindert werden und zwar grundsätzlich.
Das Pferd wird falsch gesattelt und zwar…
….. bremst den bedürftigen Patienten zu allererst der Spitzenverband der GKV selbst aus von hier kommen sogenannte deutsche Leitlinien unter einer „ Nationalen deutschen Kreuzschmerz Richtlinie“, und die ist einfach falsch unrichtig, inkompetent , am Problem vorbei festgelegt, nicht mehr Zeitgemäß
Im Spitzenverband der GKV (befinden sich nur Leute die darüber bestimmen was im Heilmittelkatalog steht und verschrieben werden dürfte) es „arbeiten Alle“ nur
k e i n e PHYSIOTHERAPEUTEN mit ,
dafür Ärzte , Krankenkassenvertreter) demzufolge fehlt der eigentliche kompetente aussagefähige Beobachter der Szene!!!!!
Zum weiteren stehen die Hausärzte in meiner Umgebung unter enormen Regressdruck und sind folglich Heilmittelverordnungsunwillig
Und nicht jeder Bedürftige ist SELBSTZAHLER fähig !!!!!!

Der TKK bin ich sehr offen gegenüber, im Verordnungsverfahren steht geschrieben „ Behandlungen müssen wirtschaftlich sein!“
Ja zum Teufel , wer kontrolliert fachlich denn das Sammelsurium an unsinnigen Verordnungen, nur weil der Therapeut oder die Berufsverbände eigenen Interessen Marktwirtschaftlich sieht,
der Arzt nicht genügend physiotherapeutische Kenntnisse bzw. Ambitionen zeigt sich in diese lästige Materie sich ein zudenken, der dem Heilhilfspersonal zugehörige PT/KG ist billige lästige Konkurrenz ….
….. UN D Mitbewerber um dem Patienten!
Jegliche Verordnungskorrektur nachträglich unmöglich gemacht wird,
a. Seitens der Nichtanerkennung durch die Kasse
b. Dem Arzt die Therapie von 27,20 – 30,- € / pro Behandlung zu teuer
c. Und wenn er verordnet, dann maximal 2 x 6 Behandlungen maximal 3 x 6 ( nur die Ausnahme) anschließend bleibt der Pat mit seinen
„muskulären Dysbalancen“
Wenn diese überhaupt erkannt und als Grundübel zur Lösung des Problem behandelt wurden, mit individuellen Krafteinsätzen, aber
Statt dessen bilden wir zertifizierte RÜCKENSCHULLEHRER aus und zimmern Rückenzentren.


Norbert Meyer
Physiotherapeut 12526 Berlin
Seit 1964
18.06.14


I

Dr. Horst Grünwoldt 18.06.201413:02 Uhr

Diagnose: Rückenschmerzen

Die Ursachen für anhaltende, quälende Rückenschmerzen sind wohl vielfältig. Dabei sollten vorschnelle orthopädische Fehldiagnosen, teure blutige Operationen und neurologische Folgen im Rahmen von kluger Differenzial-Diagnostik vermieden werden; das ist sog. Gesundheits-Prävention!
Als sportlich-"orthopädischer" Älterer, das bedeutet wohl namentlich "gut-zu-Fuß"-Seiender, habe ich die mangelnde (integrative oder ganzheitliche) Diagnostik im zurückliegenden Halbjahr 2013/14 selbst zu "spüren" bekommen.
Quälende, gürtelförmige Schmerzen -zunächst im Brust/dann absteigend im Lendenbereich- wurden kausal weder orthopädisch, noch internistisch erforscht.
Nachdem ich per Internet erfahren habe, daß ca. 90 Prozent unserer Bevölkerung als Kinder die Windpocken (Varicella-Virus-Infektion) durchgemacht haben, und danach sich bei über 50-Jährigen eine "Gürtelrose" (Herpes zoster) entwickeln kann, bin ich als Tierarzt auf die Idee gekommen, daß dies die Ursache meiner Dauer-Rückenschmerzen beim Aufstehen und Hinsetzen sein könnte.
Weil auf meiner guten Haut das klassische Bild des Gürtelrose-Ausschlags nicht zu sehen war, habe ich einen Antikörper-Test machen lassen; und der war positiv!
Zuvor hatte ich schon ein Ibuprofen-Präparat oral gegen die Schmerzen erfolglos eingenommen; allerdings mit einer erythomatösen Nebenwirkung an den Beinen. Dies habe ich natürlich auch dem Hersteller des Präparates mitgeteilt.
Über vitaminreiche Rohkost (Salate und Obst), sowie weiteres Fitness-Training, habe ich die endogene Spinalnerven-Re-Infektion/Entzündung
"ausgesessen". Schmerzlindernd war aber das gute, alte Paracetamol, daß ich (ohne Nebenwirkung!) verstärkt habe durch einen vorherigen Espresso- und ein Glas Leitungswasser-Trunk...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und Mikrobiologie) aus Rostock

Gerhard Leinz 18.06.201407:23 Uhr

Wahre Kostentreiber beim Krankengeld versteckt

Die Politik der Krankenkassen bleibt gleich. Es wird nur berichtet über die Ausfalltage, nicht über die für die Kosten für die Krankenkassen weit wichtigeren Krankengeldbezugstagen. Durch die längeren Ausfallzeiten sind vermutlich die Psychischen Störungen die Kostentreiber N1 bei den Krankengeldkosten. Das mögen die Krankenkassen nicht offensichtlich werden lassen. Sie würden dann mehr unter Druck stehen, etwas zur Verbesserung der Versorgung psychischen Störungen zu tun.

Gerhard Leinz - KIel

Dr. Fritz Gorzny 17.06.201421:13 Uhr

Rückenschmerzen ein Problem auch durch Fehlhaltung am PC wegen der Augen

Wenn der Bildschirm beider täglichrn Arbeit im Büro zu hoch positioniert ist (also in Augenhöhe wie als optimal deklariert wird) wird der Bildschirmarbeiter gezwungen sein Kinn zu heben um die Augen in die richtige Lesposition zu bringen und dabei den Nacken überstrecken und bei seitlich versetztem Bildschirm obendrein eine Dauertorsion der HWS produzieren. Diese Fehlstellungen der Wirbelsäule setzten sich in die BWS und LWS fort mit den beschriebenen Dauerproblemen. Die natürliche Arbeitshaltung am PC ist praktisch nur ermüdungsfrei am Laptop gegeben.Obwohl diese Zusammenhänge sit Jahren eigentlich bekannt sind beobachte ich täglich unmöglich eingerichtete PC- Arbeitplätze. Die Nutzer ahnen nichts und quälen sich über Jahre mit ihren Rückenproblemen. Hier muß dringend Aufkärungsarbeit geleistet werden. Der Berufsverband der Augenärzte hat schon vor Jahrzehnten eine entsprechende Broschüre herausgegeben, die aber offensichtlich nicht genug verbreitet wird.

Ronny Röske 17.06.201414:41 Uhr

Was muss eigentlich noch passieren, damit die deutsche Wirtschaft aufwacht?

Moment mal eben! Ich finde, es ist viel zu einfach, jetzt alles auf irgendwelche Unternehmen, bzw. Unternehmer zu schieben! Wer ist denn eigentlich “die deutsche Wirtschaft”?

Ich denke, wir alle machen die deutsche Wirtschaft aus, oder? Jeder Einzelne von uns.
Angesprochen fühlen müssen sich also in erster Linie diejenigen, die Rückenschmerzen haben. Gehe doch mal zu Deinem Chef und bitte um Unterstützung bei Deinem Problem!

Klar – es gibt sicher den einen oder anderen Vorgesetzten, dem es schlicht an unternehmerischen Weitblick fehlt. Aber ist es dann nicht mein Job als verantwortungsvoller und mitdenkender Mitarbeiter, dem Vorgesetzten die nötigen Fakten als Entscheidungshilfe zu liefern?

Wenn ich dass nicht hinkriege, muss ich mich nicht wundern, wenn ich auch bei anderen Angelegenheiten nicht ernst genommen werde. Mein Chef kann schließlich nicht wissen, wie “mein Problem” zu lösen ist.

Und ich? Woher soll ich wissen, was “meine Problemlösung” ist? Na ja, dass ist eigentlich ganz einfach. Ich such mir halt Fachleute, die sich wirklich damit auskennen. Also Orthopäden, Physiotherapeuten, Chiropraktiker und natürlich auch Ergonomie-Spezialisten! ;-)

www.gesund-und-schmerzfrei-leben.de

<< < 1 2 > >> 
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Stethoskop mit Doktorhut und Diplom

© yta / stock.adobe.com

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Die Approbationsordnung muss endlich reformiert werden!

Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben