Deutschland/Niederlande

Bei der Pflege vom Nachbarn profitieren

Was bieten die Niederländer Pflegebedürftigen an und was machen die Deutschen besser? Das soll ein Austausch zwischen Kassen beider Länder zeigen.

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KÖLN. Um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen künftig besser unterstützen zu können, entwickelt die AOK Rheinland/Hamburg Pflegepfade. Dabei kooperiert sie mit der niederländischen Krankenversicherung CZ.

Die beiden Kassen wollen jeweils von positiven Erfahrungen aus dem Nachbarland profitieren.

"Wir wollen heute die Versorgung der Pflegebedürftigen individuell verbessern und die Weichen für eine bessere Versorgung von morgen stellen", sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg Günter Wältermann.

Passgenaue Pflegeangebote

Mit den "Pflegepfaden" wollen die Krankenversicherer dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und Pflegende bei der häuslichen Pflege möglichst passgenaue Angebote erhalten.

Die AOK wird die Pfade auf vier Zielgruppen ausrichten: Pflegebedürftige mit Pflegestufe, Pflegebedürftige mit Demenz, Versicherte mit einem abgelehnten Antrag und Versicherte mit absehbarer Pflegebedürftigkeit.

Basis für den Austausch zwischen AOK und CZ ist das Euregio-Pflegeprojekt "Versorgung pflegebedürftiger Bürgerinnen und Bürger", in dem Unterschiede und Parallelen in den jeweiligen Pflegeversicherungs-Systemen der beiden Länder untersucht wurden.

Das hat nach Angaben der AOK Rheinland/Hamburg gezeigt, dass die Niederländer sich die Versorgung durch den Pflegedienst wünschen, der fast komplett finanziert wird.

Die Deutschen möchten dagegen am liebsten von Angehörigen gepflegt werden.

Gemeinsamkeit: Viele wissen nichts über Leistungen

Eine wesentliche Gemeinsamkeit: Trotz vieler Informationsangebote wissen die Pflegebedürftigen und ihre Bezugspersonen in Deutschland und den Niederlanden häufig nicht, welche Leistungen die Kassen bieten und welche für sie in Frage kommen.

Ein Angebot der niederländischen Kasse, das bei der AOK Rheinland/Hamburg auf großes Interesse gestoßen ist, sind die sogenannten Zorg-Hotels, berichtet AOK-Sprecher André Maßmann.

Dort können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Urlaub machen, während des Aufenthaltes wird die Pflege sichergestellt. Auch die niederländische Internetplattform "We helpen" scheint der deutschen Kasse nachahmenswert.

Ehrenamtliche Helfer stellen dort ihre Unterstützungsleistungen vor.Die CZ wiederum sieht offensichtlich in den Pflegekursen für helfende Angehörige und der Pflegeleitstelle Demenz der deutschen Krankenkasse ein Vorbild. (iss)

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