Pflege zu Hause

Kommunen erproben aufsuchende Hilfe

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STUTTGART. In Baden-Württemberg wird in einem Modellprojekt erprobt, wie der Pflegebedürftigkeit von alten Menschen vorgebeugt werden kann. In drei Kommunen soll das Konzept "Präventive Hausbesuche" erprobt werden, kündigte Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) am Mittwoch an.

Partner in dem Projekt sind dabei die Pflegekassen, der Verband der privaten Krankenversicherung sowie die kommunalen Landesverbände. Vorgesehen ist, dass eigens geschulte Berater alte Menschen in den drei Modellkommunen zu Hause aufsuchen und beraten, wie sie so lange als möglich in den eigenen vier Wänden leben bleiben können.

Werde dabei ein Unterstützungsbedarf festgestellt, könnten individuelle Lösungen gefunden werden - etwa die Vermittlung ehrenamtlicher Helfer, die den Pflegebedürftigen stundenweise betreuen. Ministerium und Pflegekasse unterstützen das Projekt mit jeweils 400.000 Euro.

Bis Anfang September können sich Kommunen für eine Teilnahme bewerben. Bis Ende des Jahres sind die Modellstandorte dann aufgefordert, lokal angepasste Konzepte für aufsuchende Hausbesuche zu entwickeln. Pflegestützpunkte sollen in die Arbeit eingebunden werden, um Doppelstrukturen zu vermeiden.

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung ist mit der Umsetzung des Projekts, das bis Herbst 2017 laufen soll, beauftragt worden. Auch eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation ist vorgesehen. (fst)

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Kommentare
Dr. Gerhard Kraus 31.07.201408:39 Uhr

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Vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen gab 2011 bis 2013 ein trotz Erfolg nicht verlängertes, sehr ähnliches Modellprojekt unter dem Namen ''Gesundheitshelfer in Lippe'' (siehe auch die Homepage), wo genau diese Projektinhalte angeboten wurden. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgte durch das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft Ostwestfalen-Lippe (ZIG). Meine Vermutung: es geht wohl mehr darum, daß jeder Politiker einmal ''sein'' Modellprojekt durchzieht - Abstimmungen mit anderen Bundesländern: besser nicht, die wissenschaftlichen Auswertungen - für die Katz, Kosten - zahlt ja die Allgemeinheit. Dabei sehr schade - das Angebot ist für die Betroffenen außerordentlich hilfreich, entlastet langfristig die Kassen, unterstützt die hausärztliche Betreuung, entlastet die Angehörigen - hat also nur Vorteile - aber daran ist die Politik wohl nicht wirklich interessiert.

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