Österreich
Österreich sucht Strategie im Kampf gegen Diabetes, Depressionen, COPD & Co
Das Austrian Institute for Health Technology Assessment schaut sich international nach einer Blaupause für Österreichs Strategie in puncto nicht-übertragbarer Krankheiten um.
Veröffentlicht:
Kaffeehauskultur in Ehren – wer es übertreibt, kann aber auch schnell an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes erkranken. Hier sucht Österreich aktuell nach geeigneten nationalen Präventiosstrategien.
© Robert Kalb / picturedesk.com /picture alliance
Wien. In Österreich ist die Lebenserwartung mit rund 84 Jahren für Frauen und 79 Jahren für Männer relativ hoch, die Anzahl jener Lebensjahre, die in guter Gesundheit verbracht werden, liegen mit 58 und 57 Jahren allerdings deutlich unter dem Europaschnitt von 65 bzw. 64 Jahren.
Um diesen Schnitt zu steigern, hat sich das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) nun auf die Fahne geschrieben, nationale Strategien und Programme zu Prävention und Management nicht-übertragbarer Krankheiten in mehreren Ländern zu analysieren, um daraus gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen für Österreich abzuleiten. Nationale Strategien und Programme sollten Rahmenbedingungen für eine gesundheitsfördernde Lebens- und Arbeitswelt der Bevölkerung schaffen, wie es von AIHTA-Seite heißt.
Die größte gesundheitspolitische Herausforderung seien seit Jahren nicht-übertragbare Krankheiten (NCD/Non-communicable Diseases), wie Diabetes Typ II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen (COPD & Co) oder Depressionen. Diese Tatsache sei besonders während der Corona-Pandemie in den Hintergrund gerückt, heißt es.
18 Strategien untersucht
Nun hat das AIHTA in einer Studie nationale Strategien und Programme zu Prävention und Management von NCD analysiert. Insgesamt wurden 18 Strategien aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Finnland, Irland, Großbritannien, Kanada und Australien berücksichtigt.
Des Weiteren seien auf Basis von 21 wissenschaftlichen Artikeln die Evaluierungsergebnisse von insgesamt elf Programmen analysiert worden. Die meisten Untersuchungen zeigten demnach zwar positive Effekte auf Mortalität, Krankheitslast, Lebensqualität, Selbstmanagement oder Gesundheitskompetenz, aufgrund der Heterogenität der inkludierten Studien und des teils niedrigen Evidenzgrades ließen sich jedoch keine abschließenden Bewertungen zur Wirksamkeit der untersuchten Programme ableiten.
Empfehlungen hat das AIHTA dennoch erarbeitet: So sollten gesundheitsfördernde Maßnahmen bereits im frühen Kindheitsalter ansetzen und mit einem „Health in All Policies“-Ansatz die sozialen Einflussfaktoren auf die Gesundheit berücksichtigen.
Wichtig für erfolgreiche NCD-Strategien ist laut AIHTA-Bericht zudem, die Evaluierung bereits vor Implementierung von Programmen und Maßnahmen zu planen. Deutschland habe etwa die Verpflichtung zur Evaluierung von Disease Management Programmen gesetzlich verankert. Allerdings hätten die Nachbarn das Problem, dass die Studien zur Wirksamkeit dieser Programme häufig nur wenig aussagekräftig seien.