Ukraine

WHO warnt vor möglicher Gesundheitskrise

Die schwierige Lage in der Ost-Ukraine schürt die Gefahr einer generellen Gesundheitskrise im Land, warnt die WHO. Die Organisation kündigt an, die Notversorgung der ukrainischen Bevölkerung sicherstellen zu wollen.

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GENF. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor dem Ausbruch von Krankheiten und einer generellen Gesundheitskrise in der Ukraine gewarnt.

Hunderttausende Menschen seien wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes auf der Flucht. Viele von ihnen müssten in nicht winterfesten Behausungen unter prekären hygienischen Verhältnissen leben, berichtete die Organisation am Dienstag in Genf.

Etwa 260.000 Menschen seien als Binnenflüchtlinge in der Ukraine registriert und mehr als 300.000 Menschen aus der Ukraine in Nachbarländer, vor allem nach Russland, geflohen.

Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge liege nach Einschätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR jedoch wesentlich höher.

Das Gesundheitswesen in der Ukraine sei geschwächt, die Impfrate gering und chronische Krankheiten verbreitet. Die WHO bereite angesichts der schwierigen Lage eine gesundheitliche Notversorgung der Bevölkerung vor. In Zusammenarbeit mit dem UNHCR sollten zudem Unterkünfte winterfest gemacht werden. (dpa)

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Kommentare
Dr. Segei Jargin 12.09.201414:58 Uhr

Eine Lösung für die Ukraine

Die Menschheit braucht eine Einigung um die Probleme der Übervölkerung auf eine humanste Weise lösen zu können. Riesenprojekte können verwirklicht werden, wenn Leute einander vertrauten. Die Ukraine kann zum Prüffeld vom internationalen Vertrauen und der Zusammenarbeit werden. Dementsprechend wird hier eine Lösung für den heutigen Konflikt in der Ostukraine, welcher unter anderem dem Ziel vom Rubeleinsturz dient, vorgeschlagen:
- für die Krim: eine internationale Verwaltung unter der Führung von den USA und Großbritannien, im Hinblick auf ihren konstruktiven und humanen Eingriff im Irak (1,2). Im Gegenteil zu Grosny, gab es in Bagdad keine Zerstörungen der Wohnhäuser (Beobachtungen Mai-Juli 2003). Nach fünf Jahren soll in der Krim ein Referendum durchgeführt werden, wobei der Bevölkerung drei Möglichkeiten vorgeschlagen würden: ein Anschluss an Russland oder die Ukraine, oder aber eine Unabhängigkeit wahlweise mit einer Mitgliedschaft im British Commonwealth.
- für Lugansk und Donezk Gebiete: ein permanentes russisch-ukrainisches Kondominium mit einer obligatorischen Zusammenarbeit der Regierungen beider Länder im Interesse der Bevölkerung auf einer Grundlage vom gegenseitigen Vertrauen und guten Willen.
Nach den Volksbefragungen und bekannten Tatsachen will eine Mehrheit der Einwohner der obengenannten Gebiete russische Staatsbürger sein und Russisch sprechen. Die Entscheidungen, diese Gebiete an die Ukraine anzuschließen, waren voluntaristisch; die Einwohner wurden nicht gefragt. Das einzig denkbare Argument zugunsten vom Verbleib dieser Territorien innerhalb der Ukraine wären die Unzulänglichkeiten des Gesundheitswesens und der Sozialfürsorge in Russland (3-5). In dieser Hinsicht scheint die Situation in der Ukraine nicht besser zu sein. Ein Beispiel: nach der im Juli 2014 in Donezk erhaltenen Information bezahlen alle Patienten des regionalen Onkologischen Zentrums in Donezk für die Diagnostik und Behandlung, wobei viele Zahlungen inoffiziell sind und dem Begriff Schmiergeld entsprechen. Über weitere Mängel wurde vorher berichtet (6,7).
Literatur
1. Jargin SV. Notizen über das Gesundheitswesen im Irak. http://www.aerzteblatt.de/forum/112114#entry112114
2. Jargin SV. Nursing and Security in Iraqi hospitals. Int J Nurs Pract. 2009;15(3):129-30.
3. Jargin SV. Societal and political will for cancer prevention in Russia. Lancet Oncol. 2014;15(8):e298.
4. Jargin SV. Invasive procedures with questionable indications and possible placebo effects. Arch Clin Exp Surg 2014. doi:10.5455/aces.20140810014858 http://www.scopemed.org/?mno=160375
5. Jargin SV. Eingeschränkter Zugang zur internationalen medizinischen Fachliteratur in der ehemaligen Sowjetunion. Wien Med Wochenschr. 2012;162(11-12):272-5.
6. Jargin SV. Chernobyl-related cancer and precancerous lesions: incidence increase vs. late diagnostics. Dose Response. 2014;12(3): 404 - 414.
7. Jargin SV. Thyroid carcinoma in children and adolescents resulting from the Chernobyl accident: possible causes of the incidence increase overestimation. Cesk Patol. 2009;45(2):50-2.

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