Work-Life-Balance

Jeder zweite Manager fürchtet den Burnout

Frauen in Führungspositionen haben es besonders schwer, die Work-Life-Balance hinzubekommen.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Mehr als jeder zweite Manager sorgt sich, im Laufe seiner Karriere einen Burnout zu erleiden. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie "Deutschland, Deine Manager" der Baumann Unternehmensberatung.

An der Studie haben den Angaben zufolge 300 Führungskräfte aus allen Branchen teilgenommen. Die Geschlechterverteilung erstrecke sich auf jeweils rund die Hälfte der Teilnehmer.

Die Sttudie zeige, "dass die Führungskräfte unter immenser Anspannung stehen und befürchten, dass ihnen diese Belastung auf Dauer ernsthaft schadet", ließ Baumann-Geschäftsführer Dr. Michael Faller verlauten.

Zu den Gründen der gehäuften Burnout-Ängste zählen laut Faller "zunehmend komplexe Herausforderungen kombiniert mit hoher Geschwindigkeit, Unsicherheit und starkem Erfolgsdruck von oben".

Zudem hätten viele Manager noch keine geeigneten Strategien gefunden, um den stetig wachsenden Stress zu bewältigen.

So äußerten sich laut Befragung 20 Prozent der Führungskräfte, sich tatsächlich schon einmal ausgebrannt gefühlt zu haben. Frauen sind vom Burnout-Erlebnis mit 23 Prozent fast doppelt so häufig betroffen wie Männer (12 Prozent).

Die Studie bestätige auch Erhebungen der Kassen, die eine erhebliche Zunahme psychischer Erkrankungen unter den Berufstätigen belegen, heißt es. Darüber hinaus zeige es, dass den Managern "die Gefahr der totalen Erschöpfung sehr wohl bewusst ist".

Dass sie nur schwer gegensteuern können, liege nichtzuletzt an der zeitlichen Arbeitsbelastung: Über 80 Prozent der Befragten arbeiten nach eigenem Bekunden täglich mehr als acht Stunden. 65 Prozent gaben an, acht bis zehn Stunden im Büro zu sein.

Für private Aktivitäten hingegen bleiben einem Viertel nach eigenen Angaben maximal fünf Stunden wöchentlich.

Insbesondere die weiblichen Führungskräfte lassen Privates hintanstehen: 46 Prozent der Managerinnen haben nur fünf bis zehn Stunden pro Woche Zeit für Sport, Entspannung und andere private Unternehmungen.

"Einem Burnout aufgrund beruflicher Belastungen wirken vor allem ausreichende Erholung und erfüllende Erlebnisse mit der Familie und Freunden entgegen", meint Faller.

Die Firmen sollten "möglicherweise zu hoch gesteckte Zielvorgaben überdenken, aber auch für eine Umverteilung der Arbeitslast offen sein". Betroffenen, die nicht abschalten können, rät er, sich Unterstützung von einem Coach oder Therapeuten zu holen.

Oftmals ließe sich mit professioneller Hilfe das eigene Delegierverhalten oder die mentale Stressverarbeitung verbessern. (eb)

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Bei eliPfad überprüfen Patienten regelmäßig Vitalwerte mit digitalen Messgeräten. Die Fallmanagerinnen überprüfen die Werte und informieren bei Auffälligkeiten die betreuenden Ärzte.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Innovationsfonds-Projekt

eliPfad: Einbeziehung von Niedergelassenen ist schwierig

Was tun, wenn Patienten „ausflippen“? Ein Qualitätszirkel-Modul gibt Empfehlungen für die Praxis.

© LightFieldStudios / Getty Images / iStock

„Deeskalative Techniken“ entwickeln

KBV stellt Praxen Qualitätszirkel-Modul zu Gewalt zur Verfügung

Schutzmaßnahmen müssten immer wieder überprüft und angepasst werden, um unbefugte Zugriffe auf die Praxis-IT und damit auf die besonders sensiblen Patienten- und Abrechnungsdaten zu verhindern, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

© BRN-Pixel - stock.adobe.com

Cybersicherheit

IT-Sicherheitsrichtlinie gibt Arztpraxen ab Oktober neue Aufgaben