Landessozialgericht

Jugendpsychotherapeutin darf keine Erwachsenen behandeln

Nicht alles, was einer kann, darf er in der vertragsärztlichen Versorgung auch. Eine pädiatrische Psychotherapeutin ist laut LSG Potsdam auf die ihr zugewiesene Patientengruppe festgelegt.

Veröffentlicht:

Potsdam. Eine Ärztin für Kinder- und Jugendpsychotherapie kann keine Abrechnungsgenehmigung für Psychotherapien bei Erwachsenen erhalten. Das hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg entschieden.

Die Klägerin ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Berlin. Sie meint, die Erweiterung ihres Angebots auf Erwachsene sei bei bestimmten Indikationen sinnvoll. Ihren entsprechenden Antrag lehnten die Zulassungsgremien jedoch ab. Auch eine Zusatzweiterbildung für Psychoanalyse ermögliche nicht die Erweiterung ihres Fachgebiets.

Dem schloss sich nach dem Sozialgericht Berlin nun auch das Landessozialgericht an. Die Weiterbildungsordnung lege fest, „dass die Gebietsgrenzen fachärztlicher Tätigkeiten durch die Zusatz-Weiterbildungen nicht erweitert werden“. Auch nach der Psychotherapievereinbarung dürften „Therapeuten, die durch ihren Fachkundenachweis auf die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen beschränkt sind, nur bei diesen die dann näher bezeichneten psychotherapeutischen Leistungen durchführen“.

Umgekehrt sieht die Psychotherapievereinbarung allerdings vor, dass Erwachsenen-Therapeuten mit Nachweisen in psychosomatischer Medizin unter bestimmten weiteren Voraussetzungen auch Kinder und Jugendliche behandeln dürfen. Laut dem Potsdamer Urteil ist darin aber „keine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung“ zu sehen. Diese sei vielmehr durch die Weiterbildungsinhalte gerechtfertigt. (mwo)

Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Az.: L 7 KA 32/20

Jetzt abonnieren
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2024

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Eine Sanduhr, durch die Geldstücke fall

© fotomek / stock.adobe.com

Tag der Privatmedizin 2024

Outsourcing: Mehr Zeit für Patienten!

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Buch mit sieben Siegeln oder edles Werk? KI-Idee einer in Leder eingebundenen neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

© KI-generiert mit ChatGPT 4o

Exklusiv Entwurf unter der Lupe

Das brächte Ihnen die neue GOÄ

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Manchmal kommt Künstliche Intelligenz ziemlich abstrakt daher. Doch es gibt zunehmend auch konkrete Anwendungen, sogar für Arztpraxen.

© 3dkombinat - stock.adobe.com

Praxisorganisation

Mit KI zu mehr Entlastung fürs Praxisteam

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Doctolib GmbH
Dr. Antigone Fritz und Hubertus Müller sitzen trocken am PC. Dort zu sehen: ein Bild vom Hochwasser in Erftstadt vor drei Jahren.

© MLP

Gut abgesichert bei Naturkatastrophen

Hochwasser in der Praxis? Ein Fall für die Versicherung!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MLP
Schnelle Kommunikation, aber sicher: Das hilft Teams unterschiedlicher Einrichtungen bei der effizienten Zusammenarbeit.

© [M] Famedly

Neues Kooperationswerkzeug im Netz

Effiziente Kommunikation: Der schnelle Draht von Team zu Team

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Doctolib GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

S2k-Leitlinie

Husten – was tun, wenn er bleibt?

Lesetipps
Im Jahr 2023 wurden 10,8 Millionen Neuerkrankungen und 1,25 Millionen Todesfälle durch Tuberkulose registriert, mit stark heterogener globaler Verteilung.

© Dr_Microbe/stock.adobe.com

Vielversprechende Ergebnisse

Neue Strategie zur Tuberkulose-Früherkennung