Medica 2019

Schlechte Stimmung in Krankenhäusern

Rekordzahl an Ausstellern, aber schlechte Stimmung in deutschen Krankenhäusern. Medica und Krankenhaustag in Düsseldorf beginnen mit gegensätzlichen Vorzeichen.

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Fällt aus dem Rahmen? Während es noch nie so viele Aussteller bei der Medica gab, mahnt die DKG zeitgleich schlechte Laune bei deutschen Kliniken an.

Fällt aus dem Rahmen? Während es noch nie so viele Aussteller bei der Medica gab, mahnt die DKG zeitgleich schlechte Laune bei deutschen Kliniken an.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Düsseldorf. Am Montagmorgen hat die Medizinmesse Medica in Düsseldorf ihre Tore geöffnet. Noch bis Donnerstag zeigen rund 5500 Aussteller unter anderem aus Medizintechnik, Gesundheits-IT, Diagnostik/Labortechnik, Orthopädietechnik/Physiotherapie, Bedarfs- und Verbrauchsartikel sowie die Zulieferindustrie bei der parallel laufenden ComPaMed ihre Neuentwicklungen.

Am Montagmittag beginnt ebenfalls auf dem Messegelände in Düsseldorf der 42. Deutsche Krankenhaustag. In einer Mitteilung zum Start des Krankenhaustages bringt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die schlechte Stimmung in den Kliniken angesichts vieler laufender Reformen zum Ausdruck.

DKG kritisiert Vorgaben

Mit unrealistischen Personal- und Strukturvorgaben, unzureichender Finanzierung und ungezügelter Kontrollwut der Krankenkassen würden die Krankenhäuser in einem existenzgefährdenden Ausmaß belastet, heißt es. Die von der Politik proklamierte Weiterentwicklung des Krankenhauswesens sei zu einem unkoordinierten Überlebenskampf der Kliniken geworden.

„Tägliche Meldungen über Schließungen von Geburtsabteilungen, Aufnahmebegrenzungen auf Intensivstationen bis hin zur Insolvenz von Krankenhäusern zeigen die negativen Folgen“, schreibt die DKG weiter. Aktuell verschärfend komme hinzu, dass die versprochene Ausfinanzierung der Mehrkosten des Pflegepersonals noch nicht erfolgt sei.

Nicht zuletzt sei die mit dem MDK-Reformgesetz ursprünglich vorgesehene Begrenzung von MDK-Prüfungen und Rechtfertigungsaufwand mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages „nun auch noch ins Gegenteil verkehrt“ worden.

Dass die Krankenhäuser ab 1. Januar 2020 Strafzahlungen in Höhe von 300 Euro je beanstandeter Abrechnung an die Krankenkassen leisten müssen, bringe angesichts der bekannten Beliebigkeit, mit der Rechnungskürzungen im System vorgenommen werden können, das Fass endgültig zum Überlaufen, beklagt die DKG. In den Kliniken mache sich „Wut und Unverständnis über diese neue politische Strafaktion gegen die Krankenhäuser breit“.

Vor diesem Hintergrund richtet die Mitgliederversammlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft anlässlich des Krankenhaustages einen eindringlichen Appell an die Politik, „Krankenhauspolitik wieder mit und für die Krankenhäuser zu gestalten und aus der Politik des kalten ungesteuerten Strukturwandels über Vorgaben und Reglementierungen auszusteigen“. Die öffentliche Diffamierung und Abwertung der Leistungen der Kliniken und ihrer Mitarbeiter müsse ein Ende haben, so die DKG. (ger)

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