Qualität

GBA knöpft sich fünf Problem-Indikation vor

Bei der Versorgung läuft nicht überall alles rund. Jetzt hat der GBA sich Prioritäten gesetzt - und will fünf Indikationen genau unter die Lupe nehmen, in denen es mit der Qualität am meisten hapert.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:
Vorsorge bei Diabetes: Der GBA nimmt die Versorgung des Fußsyndroms unter die Lupe.

Vorsorge bei Diabetes: Der GBA nimmt die Versorgung des Fußsyndroms unter die Lupe.

© CID GmbH

BERLIN. Für die künftige Vorgehensweise in der Qualitätssicherung hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner jüngsten Sitzung fünf Handlungsfelder identifiziert, die nun mit Priorität bearbeitet werden sollen.

Auswahlkriterien dafür waren Inzidenz und Prävalenz, das vermutete Verbesserungspotenzial sowie der Versorgungsbedarf für betroffene Patienten.

Die vom Bundesausschuss benannten Problemfelder betreffen zu großen Teilen auch die hausärztliche Versorgung. Konkret handelt es sich um:

Schlaganfall: Nur jeder vierte Patient erhält derzeit eine Frühversorgung, die entscheidend für die weitere Prognose ist.

Tonsillektomie: Hier wurden regional sehr heterogene Häufigkeiten bei der Indikationsstellung konstatiert.

Entlassungsmanagement: Bislang sind dafür - obwohl den Krankenhäusern dieses Management gesetzlich vorgeschrieben ist - keine Standards entwickelt.

Bei weiter sinkender Verweildauer wird das Management an den Schnittstellen zwischen stationärer Akutbehandlung, Rehabilitation und Weiterbetreuung in der ambulanten Versorgung von immer größerer Bedeutung für den Gesamterfolg einer Therapie.

Diabetischer Fuß: Als "erschreckend" bezeichnet Dr. Regina Klakow-Franck vom GBA, dass bei Typ 2-Diabetikern jährlich 20.000 Amputationen vorgenommen werden müssen.

Die Versorgung von Diabetikern in Deutschland liegt noch weit ab von den Zielen der Deklaration von St. Vincent.

Minimalinvasive Herzklappen-Eingriffe: Als Problem hat der GBA eine schwer überschaubare Methodenvielfalt identifiziert.

"Wir wollen weg von einer Themenberatung auf Zuruf, sondern die Themen systematisch nach Erkenntnissen aus der Epidemiologie und der Versorgungsforschung auswählen", erläutert Klakow-Franck die Vorgehensweise.

Dazu gehöre auch, dass Qualitätsziele definiert und wissenschaftlich untermauert sein müssen. Weitere Gesichtspunkte sind die Machbarkeit in der Praxis sowie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Arbeit nach Relevanz

Jetzt abonnieren
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Parallelen zum Leistungssport

Höhere Anspannung vor der Operation führt offenbar zu besserem Ergebnis

Dreier- versus Zweierkombination

Hypertonie: Neue niedrigdosierte Dreifachpille in Tests vielversprechend

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schlecht für die Augen?

„Gutes" HDL-Cholesterin mit erhöhtem Glaukomrisiko assoziiert

Ernährung

Salzersatz senkt offenbar Risiko für Schlaganfall-Rezidive

REDUCE-AMI und ABYSS

Betablocker nach Herzinfarkt – so steht es um die Evidenz

Lesetipps
Personen greifen nach einer Angel mit Geldscheinen.

© mitay20 / stock.adobe.com

FAQ zum Zuschuss für angehende Ärzte

Weiterbildung: So kommen Sie an die Facharzt-Förderung

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung